Stiftung Warentest rät zur Krankenzusatzversicherung

Die Auswahl der richtigen Krankenzusatzversicherung ist schwierig, resümiert Stiftung Warentest

Wenn es etwas mehr sein darf, ist die Krankenzusatzversicherung gefragt. Sie leistet dann, wenn die gesetzliche Kasse sich vornehm zurückhält. Stiftung Warentest stellte gängige Angebote auf den Prüfstand. Quintessenz: Wie so oft heißt es auch hier nicht wahllos zugreifen, sondern erst einmal den genauen Bedarf ermitteln.

Die Auswahl der richtigen Krankenzusatzversicherung ist schwierig, resümiert Stiftung WarentestZahnzusatzversicherung: Zahnersatz kostet schnell mal 2.000 Euro

Nicht jeder braucht unbedingt eine Krankenzusatzversicherung. Wer damit liebäugelt, sollte sich zunächst fragen, ob er Zusatzleistungen nicht auch aus der eigenen Tasche bezahlen kann. Das könnte zum Beispiel beim Thema „Brille“ durchaus der Fall sein. Von den gesetzlichen Kassen sind da meist keine Zuschüsse zu erwarten, aber andererseits halten sich die Kosten meist auch in Grenzen. Laut Stiftung Warentest gibt es aber etliche Fälle, in denen ein zusätzlicher Schutz sehr sinnvoll sein kann.

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Für Auslandsreisen und Zahnersatz empfiehlt Stiftung Warentest eine Krankenzusatzversicherung

Ganz oben in der Dringlichkeitsskala steht für Stiftung Warentest die Auslandsreise-Krankenversicherung. Zwar zahlen die Kassen für Behandlungen in der EU; in den meisten anderen Staaten der Erde hingegen bleiben die Rechnungen allein beim Patienten hängen. Auch Rücktransporte nach Deutschland sind generell von den Kassen nicht erstattungsfähig. Der Auslandsschutz ist obendrein sehr preiswert: Ab zehn Euro jährlich ist man schon dabei.

Stiftung Warentest empfiehlt außerdem dringend eine Krankenzusatzversicherung für Zahnersatz. Die Rechnungen der Dentisten können rasch schwindelerregende Höhen erreichen; für ein Implantat sind ohne weiteres schon mal 2.000 Euro fällig, die aus eigener Tasche zu zahlen sind. Stehen umfangreiche Sanierungen an, so geht es auch in vierstellige Bereiche. Da ist es beruhigend, eine gute Zusatzversicherung zu besitzen. Stiftung Warentest rät vor allem, auf eine ausreichende Beteiligung der Versicherung zu achten. Nur dann ist sichergestellt, dass die Zahnarztrechnung in jeder Lebenslage bezahlbar bleibt.

Wichtig oder weniger wichtig – das muss jeder selbst entscheiden

Bei anderen Krankenzusatzversicherungen scheiden sich die Geister. Für viele Patienten kann die freie Wahl des Krankenhauses mit Chefarztbehandlung wichtig werden – vor allem bei schweren Erkrankungen. Honorare von Spezialisten können sehr happig sein. Die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer ist noch ein schönes Plus. Gute Krankenhauszusatzversicherungen gibt es für Personen im mittleren Alter für ca. 30 bis 40 Euro Monatsbeitrag.

Für eine bessere Absicherung im Pflegefall sorgt die Pflegezusatzversicherung. Sie wird von der Stiftung Warentest als sinnvoll eingestuft, da die gesetzliche Pflegeversicherung längst nicht alle Kosten bei Pflegebedürftigkeit abdeckt. Empfehlenswert sind die Optionen Tagegeld oder Pflegerente, da hierbei keine Kostennachweise erbracht werden müssen.

Für Selbständige kann die Krankentagegeldversicherung existenzrettend sein. Pro Krankheitstag erhalten sie einen festgelegten Betrag – allerdings erst nach einer Wartezeit, während der von Reserven gezehrt werden muss.

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Für emsige Patienten gibt es auch alles im Paket

Eine Überlegung wert sind auch Kombinationen. In vielen Paketen sind Zuschüsse für Heilpraktikerbehandlungen enthalten. Das kann interessant sein, da solche Leistungen von den Kassen nicht übernommen werden. Jeder Kunde sollte sich genau überlegen, welche weiteren Extras für ihn passen. Zwar hören sich die zusätzlichen Leistungen oft gut an: Zahnersatz, Brille/Kontaktlinsen, Auslandreiseschutz usw. Allerdings: Die Kosten werden in der Regel nicht komplett übernommen, sondern je nach Tarif zu 20 bis 80 Prozent. Zudem gibt es Höchstgrenzen, die oft bei nur 400 bis 800 Euro jährlich liegen.

Wachsamkeit und gute Beratung

Beim Abschluss einer Krankenzusatzversicherung empfiehlt Stiftung Warentest höchste Wachsamkeit. Nicht nur die Auswahl des richtigen Tarifs ist bereits ein kleines Kunststück; auch die Antragstellung selbst muss sehr sorgfältig erfolgen. Vorerkrankungen dürfen keineswegs verschwiegen werden, da sonst eine spätere Kündigung durch den Versicherer droht. Dann kann es passieren, dass der Kunde mit leeren Händen dasteht.

Außerdem haben die Versicherer Wartezeiten eingebaut. In der Regel betragen sie drei Monate, bei Zahnersatz und bei Entbindungen im Krankenhaus sogar acht Monate.

Fazit: Eine Krankenzusatzversicherung ist in vielen Fällen ein sinnvolles Extra, das vor einem finanziellen Kollaps schützen kann. Nahezu unverzichtbar ist sie bei Auslandsreisen und beim Zahnersatz, da in diesen beiden Fällen die Risiken besonders schwer kalkulierbar sind. Eine fachkundige Beratung (zum Beispiel sehr komfortabel über das Internet) hilft dabei, gute Tarife zu einem günstigen Preis zu finden.