Stiftung Warentest: Renditestarke Produkte müssen Rente ergänzen

Der Zahn der Zeit nagt an der Rente – aber Stiftung Warentest findet prima Produkte zur Vorsorge

Der schlimmste Feind des Geldes heißt Inflation. Dann geht auch die Rente dahin: 1.000 Euro im Jahr 2010 schrumpfen bei zwei Prozent Inflation auf 673 Euro zusammen – anno 2030. Stiftung Warentest untersuchte nun, welche Renditen unterschiedliche Vorsorgeverträge fürs Alter bringen. Zwei Prozent für die Inflation wurden gleich abgezogen.

Der Zahn der Zeit nagt an der Rente – aber Stiftung Warentest findet gute Vorsorge-ProdukteRente: Stiftung Warentest identifiziert gute Produkte

Die gesetzliche Rente ist keineswegs inflationssicher. Sie ist zwar grundsätzlich gekoppelt an die allgemeine Lohnentwicklung. Vor allem der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor dämpft aber den Anstieg der Rente. Er bringt das Zahlenverhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern mit ein. Und das verschiebt sich aktuell zu Ungunsten der Erwerbstätigen. Umso wichtiger ist der Blick auf private Altersvorsorgeprodukte, bei denen die Geldentwertung berücksichtigt wird. Die Stiftung Warentest fand Produkte, bei denen der Ertrag ins Minus rutscht – aber auch Angebote, die prozentual zweistellige Ertragszuwächse bringen.

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Ohne staatliche Förderung geht nichts, meint Stiftung Warentest

Stiftung Warentest untersuchte gängige Varianten für private Altersvorsorge – überwiegend mit staatlicher Förderung. Angenommen wurde eine Grundrendite von vier Prozent. Die Kernfrage: Wie viel bleibt von den Sparbeiträgen nach x Jahren übrig? Vorab abgezogen: zwei Prozent angenommener Kaufkraftverlust. Unterschiedliche Steuersätze wurden ebenso berücksichtigt wie Sozialabgaben.

Interessant sind die Ergebnisse vor allem deshalb, weil die staatliche Förderung bei den einzelnen Produkten sehr unterschiedlich durchschlägt. Zum besseren Vergleich zog Stiftung Warentest eine nicht geförderte private Rentenversicherung mit heran. Diese tummelte sich aber – um eines der Ergebnisse bereits vorwegzunehmen – fast ganz unten in der Ertragsskala. Für Renditejäger spielt eine ungeförderte Rentenversicherung keine Rolle.

Rürup und Riester liegen im sicheren Mittelfeld

Die beliebte Riester-Rente belegte bei der Ertragskraft einen soliden Mittelplatz. Bei kurzen Laufzeiten ist die Rendite recht beachtlich und kann Werte von 7,5 Prozent erreichen (günstigster Fall: Laufzeit fünf Jahre, Steuersatz 44 Prozent). Rürup-Verträge fallen dagegen leicht ab, können aber immer noch gut mithalten. Im oben genannten Fall kann bei Rürup mit einer Rendite von 6,1 Prozent gerechnet werden. Bei 40 Jahren angenommener Laufzeit ergeben die Berechnungen von Stiftung Warentest einen Renditewert von 2,7 Prozent (Riester) bzw. 2,4 Prozent (Rürup) bei jeweils 44 Prozent Steuersatz. Ein günstigerer Steuersatz von 30 Prozent wirkt sich bei Rürup gar nicht aus, bei Riester-Verträgen sinkt die Rendite geringfügig auf 2,5 Prozent.

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Firmenrente: Möglich sind super Gewinne…

Spannende Ergebnisse lieferten die Untersuchungen von Stiftung Warentest bei Firmenverträgen. Darunter fallen Direktversicherungen, Pensionsfonds oder Pensionskassen. Für die Rendite spielen die Einkommensverhältnisse und die Art der Krankenversicherung eine entscheidende Rolle. Maximale Erträge erreichen Arbeitnehmer mit einem jährlichen Bruttolohn unter der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung (45.000 Euro im Jahr 2010). Auf Einzahlungen wird dann kein Sozialversicherungsbeitrag erhoben. Sparer erzielen bei fünfjähriger Laufzeit einen Ertrag von 10,1 Prozent (30 Prozent Steuersatz) bzw. sogar sagenhafte 12,9 Prozent (bei 44 Prozent Steuersatz). Bei längeren Laufzeiten fallen die Renditen zwar geringer aus, liegen aber immer noch über denen anderer Sparformen.

Die Stiftung Warentest kommt zu dem Schluss: „Die besten Renditen erzielen Arbeitnehmer mit maximal 45 000 Euro Bruttojahreseinkommen, die im letzten Jahrzehnt vor ihrem Ruhestand ein paar Jahre lang eigenes Geld in eine Firmenrente investieren.“ (Finanztest 1/2010)

…oder herbe Verluste

Wer mehr verdient als die Beitragsbemessungsgrenze, fährt mit der betrieblichen Altersvorsorge nicht so gut wie weniger Verdienende. Vor allem bei kürzeren Laufzeiten kann sich die Rendite glatt halbieren. Außerdem sollten Gutverdiener tunlichst privat versichert sein, da sie dann später keine Sozialabgaben für ihre Firmenrente bezahlen. Ganz mies sieht es aus für Gutverdiener, die gesetzlich krankenversichert sind: Bei der Einzahlung, aber auch bei der Auszahlung im Alter sind Sozialabgaben fällig. Das drückt die Rendite gewaltig – bei kurzen Laufzeiten sogar ins Minus! Für solche Sparer heißt es: Finger weg von Firmenverträgen.

Fazit: Die Unterschiede bei den Renditeberechnungen der Stiftung Warentest sind überraschend groß. Vor allem die persönlichen Voraussetzungen entscheiden darüber, welches Vorsorgeprodukt für einen Sparer geeignet ist. Eine individuelle und objektive Beratung hilft dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.