Tarifdesign in der Rentenversicherung

Rentenversicherung: Worauf Verbraucher achten sollten

Lebens- und Rentenversicherungen verkaufen sich gut, wenn eine hohe Ablaufleistung versprochen wird. Auch satte Überschussbeteiligung und gute Verzinsung sind schlagende Argumente. Verbraucher, die sich für eine Rentenversicherung als Altersvorsorge interessieren, sollten aber auf weitere Konditionen achten und den angebotenen Tarif vorab genau unter die Lupe nehmen.

Das „Tarifdesign“ ist oft nicht im Sinne der Kunden: Niedrige Rückkaufswerte bei RentenversicherungTarivergleich Rentenversicherung: Genaues Hinsehen lohnt!

Mit „Tarifdesign“ wird die Kunst von Versicherungsmathematikern umschrieben, Kennzahlen eines Versicherungstarifs so zu arrangieren, dass das Angebot attraktiv erscheint. Bei der Beurteilung eines Tarifs geht es jedoch um mehr als die Betrachtung isolierter Kennzahlen. Neben Kennziffern wie der laufenden Verzinsung oder der Überschussbeteiligung steht bei der Analyse das Gesamtpaket sowie die Entwicklung eines Vertrags über die gesamte Laufzeit im Vordergrund. Bei Lebens- und Rentenversicherungen spielt dabei vor allem auch der sogenannte Rückkaufswert eine wichtige Rolle. Ein Kriterium, das häufig erhebliche Unterschiede zwischen scheinbar gleichen Tarifen offenbart.

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Rückkäufe finden häufig statt und sorgen regelmäßig für Verdruss

Ein Rückkauf entsteht dann, wenn eine Lebensversicherung gekündigt wird (meist vom Versicherungsnehmer), woraus laut Versicherungsvertragsgesetz in der Regel ein Anspruch auf eine Auszahlung entsteht: der so genannte „Rückkaufswert“. Das hört sich in der Theorie gut an. Die Höhe dieses Werts ist jedoch immer wieder Zündstoff für heftige Diskussionen. Vor allem in den ersten Vertragsjahren ist der Rückkaufswert oft erschreckend niedrig. Die Unternehmen begründen das damit, dass außer diversen laufenden Kosten auch die Provisionen der Vermittler gedeckt werden müssen.

Bei der Analyse von Rentenversicherungstarifen ist daher die Höhe des Rückkaufswertes ein wichtiger Faktor. Zumal rund zwei Drittel der Versicherten ihre Police vorzeitig zurückgeben. Was viele nicht wissen: Bei einigen Verträgen ist der Rückkaufswert nach einer Vertragslaufzeit von 25 Jahren nicht einmal halb so hoch wie neun Jahre später (bzw. kurz vor Ablauf des Vertrags). Verbraucher sollten bei Vertragsabschluss daher ein besonderes Augenmerk auf den Rückkaufswert richten.

Kündigung einer Rentenversicherung ist oft eine schlechte Option

Viele Anbieter gestalten die Tarife ihrer Rentenversicherung so, dass eine hohe Ablauflaufleistung entsteht. So weit, so gut. Dieses verkaufsfördernde Merkmal geht dann aber in der Regel zulasten der Rückkaufswerte. Wer also – aus den unterschiedlichsten Gründen – gezwungen ist, seine Versicherung vorzeitig zu kündigen, ist oft der Gelackmeierte.

Wer bereits eine Renten- oder Lebensversicherung besitzt, sollte sie daher tunlichst bis zur Fälligkeit behalten. Im Notfall kann sie auch beitragsfrei gestellt werden – das ist meist besser als eine Kündigung. Auch die Veräußerung auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen kann eine Alternative sein. Unter Umständen kann es auch empfehlenswert sein, anstelle einer Kündigung ein sogenanntes Policendarlehen auf seine Versicherung aufzunehmen. Abwicklung und Konditionen sind dabei in der Regel einfacher und günstiger als etwa bei einem Bankkredit.

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Schwierige Suche nach dem geeigneten RV-Tarif

Für Verbraucher ist die Auswahl des passenden Angebots gerade bei Rentenversicherungen sehr schwierig. Die eigenständige Beurteilung der Qualität von Tarifen und Angebot ist kaum möglich. Wer es dennoch alleine angehen will, sollte auf neutrale Analysen zurückgreifen, beispielsweise von Stiftung Warentest oder der Verbraucherzentrale. Alle anderen sollten einen kompetenten Berater konsultieren. Denn gerade bei langlaufenden Lebens- und Rentenversicherungen ist gute anbieterunabhängige Beratung Gold wert.

 
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