Teure PKV-Tarife animieren zum Wechsel

Tarifwechsel in der PKV: So funktioniert's

Privat Krankenversicherte können häufig ein Liedchen davon singen: Steigende Beiträge reißen ein immer tieferes Loch in den Geldbeutel. Um sich aus der misslichen Lage zu befreien, bieten sich verschiedene Lösungen an: von der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung bis hin zum Tarifwechsel innerhalb der PKV.

Viele Arbeitnehmer sind gesetzlich versichert, da ihr Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt (2014: monatlich 4.462,50 Euro). Übersteigt der Lohn diese Marke, treten manche der PKV bei. Wer später weniger verdient und damit unter den Grenzwert gerät, kann grundsätzlich zurück in die gesetzliche Krankenkasse.

Wer älter als 55 Jahre ist, hat allerdings schlechte Karten. Der Gesetzgeber möchte nämlich verhindern, dass Arbeitnehmer zunächst die günstigen Einsteigertarife der PKV ausnutzen und spätere (altersbedingte) Belastungen der Allgemeinheit aufbürden, indem sie in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

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Tarifwechsel: Vorsicht bei Altverträgen

Wer nicht in die gesetzliche Kasse zurückkehren will oder darf, sollte über einen Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung nachdenken. Wichtigste Frage dabei: Wie alt ist die Police? Wurde der Vertrag bis Ende 2008 abgeschlossen, gelten rigide Regeln: Wechselt der Versicherungsnehmer zu einem anderen Anbieter, verliert er seine Altersrückstellungen – und zwar komplett. Der neue Tarif wird meistens so teuer, dass sich ein Wechsel kaum lohnt.

Möglicherweise kommt aber ein Tarifwechsel beim bisherigen Versicherer in Frage. Jeder Anbieter muss alternative Tarife nennen, die den gleichen Leistungsumfang bieten. Oft finden sich darunter deutlich günstigere Policen. Verzichtet der Kunde auf spezielle Leistungen (zum Beispiel Einbettzimmer im Krankenhaus), spart er zusätzlich Geld.

PKV-Neukunden sind im Vorteil

Wer seinen Vertrag ab 2009 abgeschlossen hat, darf die Rückstellungen teilweise mitnehmen, wenn er einen neuen PKV-Anbieter findet. Dabei wird der Anteil berücksichtigt, der für Leistungen im Basistarif (siehe unten) vorgesehen ist. Hat der Kunde noch einen Bisex-Tarif (Berechnung der Beiträge getrennt nach Männern und Frauen), kann er entweder in einen Bisex- oder einen neuen Unisex-Tarif wechseln. Wer sich für Unisex entscheidet, muss dort bleiben und kann später nicht mehr in Bisex-Policen zurückkehren. Außerdem darf er später nicht den so genannten Standardtarif in Anspruch nehmen.

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Alternativen: Standard- und Basistarif

Der Standardtarif ist ein Rettungsanker für Senioren, die von immer höheren Beitragswellen überrollt werden. Wer als Rentner mehr als zehn Jahre in der PKV ist, kann ihn beantragen. Die Leistungen sind ungefähr die gleichen wie in den gesetzlichen Kassen, der Monatsbeitrag liegt im Durchschnitt bei knapp 300 Euro. Viele Versicherte zahlen sogar nur rund 100 Euro monatlich.

Der Basistarif bietet ähnliche Leistungen und steht grundsätzlich allen Versicherten offen, die ab 2009 in die PKV eingetreten sind. Auch bisher Unversicherte können ihn in Anspruch nehmen. Ebenso ist er eine Notrutsche für Empfänger von Sozialhilfe, Grundsicherung oder ALG II. Betroffene zahlen überdies nur die Hälfte der Beiträge. Die Aufwendungen liegen für sonstige Versicherte höher als im Standardtarif, aber – ebenso wie dort – immer unter dem Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (2014: 627,75 Euro im Monat).

Fazit: Versicherte mit zu hohen Beiträgen sollten auf jeden Fall prüfen, ob es bessere Angebote gibt. PKV-Kunden ab 2009 können dabei relativ problemlos zu einem Anbieter mit günstigeren Konditionen wechseln. Wer frei von Vorerkrankungen ist, dürfte gute und preisgünstige Policen finden. Allen anderen steht der Tarifwechsel innerhalb des bisherigen Unternehmens offen. Viele Versicherer sperren sich allerdings erst einmal dagegen, günstigere Policen herauszurücken. Hartnäckigkeit ist deshalb eine wichtige Tugend im Kampf um eine niedrige Beitragshöhe.

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