Test: Günstiger Berufsunfähigkeitsschutz für Studenten und Azubis

Finanztest rät: Schon Studenten und Azubis sollten sich um Berufsunfähigkeitsschutz kümmern

Im Falle von Invalidität haben es Studenten und Azubis besonders schwer: Sie haben keinen Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Umso wichtiger ist ein privater Berufsunfähigkeitsschutz. Die Zeitschrift Finanztest nahm 25 Tarife unter die Lupe, die bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Glücklicherweise fanden sich darunter etliche gute Policen.

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Eine Berufsunfähigkeitsversicherung tritt dann ein, wenn jemand den zuletzt ausgeübten Beruf wegen Invalidität zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Wichtig für Studenten und Azubis: Der Begriff „Beruf“ beinhaltet bei vielen Policen auch eine Ausbildung oder ein Studium. Im Klartext bedeutet das: Die Versicherung tritt bereits bei Verlust der Fähigkeit ein, die Ausbildung oder das Studium fortzusetzen. Im Leistungsfall wird dann eine monatliche Rente (in vereinbarter Höhe) gezahlt.

Gute BU-Policen müssen wichtige Voraussetzungen erfüllen

Um geeignete BU-Policen für Azubis und Studenten herauszufiltern, geht Finanztest wie gewohnt sehr gründlich vor. So werden die Anforderungen an eine geeignete Berufsunfähigkeitsschutz-Policen klar definiert. Hierzu zählen:

  • Verzicht auf „abstrakte Verweisung“: Wenn jemand nicht mehr im erlernten oder zuletzt ausgeübten Beruf arbeiten kann, soll der Versicherer ihn auch nicht auf einen anderen Beruf „verweisen“ können.
  • Die Versicherung bezieht sich auch auf den Verlust der Fähigkeit, Studium oder Ausbildung fortzusetzen.
  • Nachversicherungsgarantie: Studenten oder Azubis können später ihre Rente erhöhen, zum Beispiel nach Abschluss der Ausbildung oder bei Heirat. Das ist wichtig, weil viele Tarife zunächst nur maximal 1.000 Euro Rente bei Berufsunfähigkeit vorsehen.
  • Die Tarife sollen bis zum Renteneintrittsalter (67 Jahre) laufen.
Nur Policen, die diese Grundanforderungen erfüllen, gelangten überhaupt in die Testwertung.

Finanztest: Berufsunfähigkeitsschutz kann weniger als 500 oder mehr als 1.000 Euro im Jahr kosten

Finanztest untersuchte sowohl selbständige Verträge (SBU) als auch Zusatzversicherungen (BUZ). Im letzeren Fall wird der Berufsunfähigkeitsschutz an eine Risikolebensversicherung gekoppelt. Diese enthält einen zusätzlichen Todesfallschutz, das heißt: Bei vorzeitigem Tod des Versicherten erhalten Angehörige einen festgelegten Einmalbetrag ausgezahlt.

Als Modellkunden dienten ein 18-jähriger Azubi (Einzelhandelskaufmann) und ein 20-jähriger Student der Betriebswirtschaft, beide Nichtraucher. Bei einer vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente von 1.000 Euro monatlich differieren die Jahresbeiträge recht deutlich zwischen den einzelnen Anbietern. So kann eine weibliche Studentin weniger als 500 Euro, aber auch mehr als 1.000 Euro jährlich bezahlen. Ein männlicher Kollege zahlt regelmäßig etwas weniger. Für Azubis verlangen manche Versicherer mehr, andere wiederum weniger als für Studierende. Vergleiche sind also unumgänglich.

Besonders günstige Angebote für Azubis und Studenten

Hilfreich bei der Entscheidung sind einige Empfehlungen der Stiftung Warentest. Die unabhängige Organisation legt Azubis besonders das Angebot der Axa ans Herz. Hier zahlen Männer jährlich nur 378 Euro, Frauen 483 Euro.

Studenten erhalten laut Test bei der Barmenia eine besonders günstige Offerte. Männliche Studiosi sind mit 366 Euro, die weiblichen Kommilitoninnen mit 421 Euro jährlich dabei.

Die Allianz bietet einen preisgünstigen Berufsunfähigkeitsschutz in Kombination mit einer Risikolebensversicherung an. Das betrifft vor allem Studenten: Eine Frau zahlt hier nur 421 Euro jährlich, ein Mann 405 Euro. Die Todesfallsumme beträgt bei diesem Angebot 34.500 Euro.

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Je früher, desto günstiger

Für den Berufsunfähigkeitsschutz gilt das, was auch für andere Versicherungen gilt: Je früher die Police abgeschlossen wird, desto besser. Das Verbrauchermagazin Finanztest belegt dies an einem Beispiel: Ein Betriebswirtschaftsstudent versichert sich mit 20 Jahren bei der Allianz. Er zahlt dort bis Laufzeitende (67. Lebensjahr) pro Jahr 405 Euro. In der Summe macht das 19.000 Euro. Würde er erst als 30-jähriger Betriebswirt in den Berufsunfähigkeitsschutz einsteigen, so müsste er jährlich 522 Euro zahlen. Am Ende der Laufzeit hätte er dann 19.300 Euro bezahlt – also mehr Geld für einen kürzer dauernden Schutz.

Fazit: Wer einen optimalen Berufsunfähigkeitsschutz erhalten möchte, sollte in jungen Jahren und möglichst bei bester Gesundheit zugreifen. Bei der Auswahl der individuell passenden Tarife sind auch unabhängige Versicherungsexperten behilflich. Sie kennen die schwierige Materie aus dem Effeff und beraten gerne jeden Studenten und Azubi – objektiv und fachkundig.