Riester-Fondssparpläne im Test: Der Unterschied liegt im Detail

Finanztest warnt auch vor Tricks beim Angebot „Riester-Fondssparplan“

Ein Riester-Fondssparplan bietet etwas risikobereiteren Sparern gute Chancen, von Kurssteigerungen an der Börse zu profitieren. Ein Teil der Beiträge wird regelmäßig in Aktien investiert. Die Erträge für die Altersversorgung liegen damit potentiell höher als bei anderen Sparformen. Die Zeitschrift Finanztest wollte deshalb einmal genau wissen, ob Fondssparpläne halten was sie versprechen.

Fast jeder heute angebotene Riester-Fondssparplan folgt einem ebenso einfachen wie einleuchtenden Prinzip: dem Lebenszyklusmodell. Das bedeutet, dass die verbleibende Zeit bis zur Rente bei der Anlagestrategie mitberücksichtigt wird. Sind es beispielsweise noch über 30 Jahre bis zur Rente, wird kräftig in Aktien investiert – riskant, aber mit hohen Ertragschancen. Je näher die Rente rückt, desto mehr gehen die Anbieter auf Nummer Sicher: Sie schichten die Gelder um in schwankungsärmere Fonds, etwa Rentenfonds. Die Zeitschrift Finanztest unterzog alle Angebote einem Test und fand viele Varianten bei den Anlagestrategien.

Tarif-Check Riester-Rente

Die besten Tarife von mehr als 40 Anbietern im Vergleich!

Kostenloser Infoservice:
Tarif-Vergleich Riester-Rente anfordern …

So unterschiedlich kann ein Riester-Fondssparplan gemanagt werden

Manche Anbieter schichten die Gelder extrem häufig um. Allen voran die DWS: Sie überprüft ständig die bestehenden Verträge und nimmt häufig Korrekturen bei den Anlagen vor. Grundsätzlich wird bei jedem Riester-Fondssparplan viel in Aktienfonds investiert; sinken die Kurse, wird rasch in Rentenfonds umgeschichtet. Bei Kursanstiegen geht es wieder zurück in die Aktien. Manchmal sind dann die Aktienkurse schon wieder höher als einige Tage zuvor: Ein solches Hinterherhinken kann sich im Laufe der Zeit zu vorübergehenden Verlusten oder insgesamt auch zu schwachen Enderträgen summieren. Die Einzahlungen werden allerdings – wie bei allen Riester-Produkten – zu Rentenbeginn garantiert.

Einen anderen Weg schlägt der meistverkaufte Riester-Fondssparplan ein, die UniProfirente. Die Gelder landen zunächst in einem Aktienfonds Welt. Werden sie von dort umgeschichtet in einen Rentenfonds, gibt es danach kein Zurück mehr: Bis zur Rente bleibt das Geld dort liegen. Für manche Anleger, ergab der Test, hieß es aber manchmal (beispielsweise nach der Finanzkrise):„Dumm gelaufen!“ Die Kursabstürze während der Finanzkrise führten zu Verlusten; die Sparer hatten aber keine Gelegenheit mehr, wieder an der späteren Kurserholung teilzunehmen, denn: Da lag das Geld bereits fest in den Rentenfonds.

Qual der Wahl für den Riester-Sparer

Der Test ergab, dass alle anderen Anbieter von Riester-Fondssparplänen irgendwo zwischen den zwei erwähnten Beispielen navigieren. In allen Fällen wird zwar das Lebenszyklusmodell angewandt; allein die konkrete Ausgestaltung verläuft sehr unterschiedlich. So gibt es bei der Deka Bonusrente gleich sieben verschiedene Fonds mit unterschiedlich hohen Aktienquoten. Je nach Alter des Sparers erfolgt dann ein regelmäßiger Wechsel in die jeweils nächsten Fonds – unabhängig von der Entwicklung der Aktienmärkte. Der Deka Zukunftsplan geht andere Wege. Er sieht zwei Varianten vor: „Classic“ mit der entsprechenden Zusammenstellung der Fonds durch die Deka und „Select“ mit Wahlmöglichkeiten des Anlegers. Im Test wird allerdings bemängelt, dass bei der „Select“-Variante der Ausgabeaufschlag höher ist.

Vorsorge-News jetzt auch bei
Facebook, Twitter & Google+
+++ Berufsunfähigkeit & Dienstunfähigkeit: Übersicht aller Beiträge – Seit +++ Altersvorsorge: Indexfonds schlagen Rentenversicherung & Co. +++ Berufsunfähigkeitsversicherung: sinnvolle Kriterien für die Auswahl +++

Finanztest warnt vor Tricksereien der Banken

Laut Finanztest versuchen Verkäufer an den Banktresen, dem interessierten Sparer statt eines Riester-Fondssparplans lieber eine fondsgebundene Versicherung zu verkaufen. Diese Sparform hat allerdings einen Nachteil: Sie ist für den Verbraucher teurer. Sie kommt allenfalls für Kunden infrage, die selbst aktiv in bestimmte Investmentfonds anlegen wollen. Verbraucher sollten also vor Vertragsabschluss sehr genau prüfen, was sie da unterschreiben.

Grundsätzlich zeigt der Test: Ein Riester-Fondssparplan ist eine geeignete Möglichkeit vor allem für jüngere Sparer, eine sichere Altersvorsorge aufzubauen. Jüngere Sparer haben aufgrund des hohen Aktienanteils am ehesten die Möglichkeit, überdurchschnittliche Erträge einzufahren. Bei älteren Sparern sinkt diese Chance, da die höhere Sicherheit der Fonds meist durch eine geringere Rendite erkauft wird. (Finanztest Spezial „Riester Rente“ Heft 11/2010 S. 54 ff.)

— Mit Freunden teilen oder kommentieren