Versicherungen im Test: Licht und Schatten beim Pflegetagegeld

Test: Zwei ausgezeichnete Anbieter für Pflegetagegeld

Viel Durchschnitt bei Pflegetagegeldversicherungen: Das Analysehaus Morgen & Morgen vergab bei einem Test überwiegend die Note „durchschnittlich“. Nur selten hieß das Urteil „ausgezeichnet“. Immerhin stellten die Analysten aber fest, dass die Qualität bei der Pflegetagegeld-Absicherung insgesamt gestiegen ist.

Eine Pflegetagegeldversicherung ergänzt die gesetzliche Pflichtversicherung. Anbieter sind private Krankenversicherer. In der Regel zahlen die Gesellschaften im Pflegefall regelmäßig einen vereinbarten Geldbetrag. Die Höhe der tatsächlichen Belastungen spielt dabei keine Rolle. Es ist auch unerheblich, ob die Pflege stationär oder häuslich organisiert wird. Ebenso kann die Pflege sowohl in Eigenleistung als auch durch zugelassene Pflegedienste erfolgen.

Vom Staffeltarif bis Pflege-Bahr

Pflegetagegeldversicherungen sind als Staffeltarife oder als flexible Tarife erhältlich. Staffeltarife definieren eine feste Versicherungssumme für die Pflegestufe III. Bei den Pflegestufen I und II zahlen die Versicherer jeweils anteilige Beträge aus, zum Beispiel 60 Prozent für Stufe II und 30 Prozent für Stufe I. Bei flexiblen Tarifen lässt sich das Tagegeld für jede Pflegestufe individuell festlegen.

Seit 2013 spielt außerdem noch „Pflege-Bahr“ mit: Der Staat bezuschusst Pflegetagegeldversicherungen unter gewissen Voraussetzungen mit fünf Euro monatlich. Auch Pflege-Bahr dient lediglich als freiwillige Ergänzung der gesetzlichen Pflegevorsorge.

Wichtige Kriterien für Pflegetagegeldversicherungen

Das Analysehaus Morgen & Morgen unterzog 92 Pflegetagegeld-Kombinationen einem Leistungstest. Die Höhe der Beiträge spielte für die Beurteilung keine Rolle. Besonders stark berücksichtigten die Tester zentrale Kriterien wie

  • rückwirkende Leistung bei einem verspätet gemeldeten Versicherungsfall,
  • Weiterbestand des Versicherungsschutzes bei Umzug ins Ausland,
  • Beitragsfreiheit bei Eintritt einer Pflegestufe,
  • Prognosezeitraum von sechs Monaten und
  • Leistungen auch bei Pflegestufe 0.
Gerade bei der (inoffiziellen) „Pflegestufe 0“ scheiden sich die Geister. Sie ist vor allem für Demenzfälle vorgesehen, bei denen sonst keine Pflegebedürftigkeit besteht. Viele Versicherer beziehen sie nicht in ihre Leistungen ein. Andererseits nimmt die Zahl der Demenzfälle jährlich zu, sodass eine Absicherung sinnvoll ist.

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Zwei Testsieger führen das Feld an

Der Test von Morgen & Morgen hievte zwei Anbieter auf das Sieger-Podest: „Deutsche Familienversicherung AG“ (DFV) sowie „Münchener Verein Krankenversicherung a.G.“ erhielten für insgesamt 18 Tarifkombinationen die Bestnote „ausgezeichnet“. Bei der DFV handelt es sich beispielsweise um die Kombination „BBF P/AU/AL, P0D, P1A, P1S, P2A, P2S, P3A, P3S“. Münchener Verein punktete unter anderem mit „426 B Select Care Pflege, 430/10 Select Care Pflege“.

Gegenüber dem Vorjahr erhielten auch mehr Gesellschaften das Testurteil „sehr gut“. In dieser Kategorie erfolgreich waren Tarifkombinationen von

  • Allianz Private Krankenversicherung AG,
  • Alte Oldenburger Krankenversicherung AG,
  • Axa Krankenversicherung AG,
  • Central Krankenversicherung AG,
  • Hallesche Krankenversicherung a.G.,
  • R+V Krankenversicherung AG,
  • SDK Süddeutsche Krankenversicherung a.G. und
  • Universa Krankenversicherung a.G.
Fazit: Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass die staatlichen Leistungen im Pflegefall nicht ausreichen. Private Vorsorge – zum Beispiel mit einer Pflegetagegeldversicherung – ist deshalb sinnvoll. Ein Test bietet bereits eine gute Orientierung. Verbraucher sollten daneben eine unabhängige Beraterung in Anspruch nehmen, um individuelle Angebote vergleichen zu können.