Tipps für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Augen auf beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Selten herrscht zwischen Versicherern, Kunden und Experten Einigkeit. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist das so: Alle finden sie wichtig und notwendig. Bleibt die Frage: Worauf müssen Verbraucher beim Abschluss unbedingt achten?

Vorweg: Ganz billig ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz: BU oder BUV) nicht. Kein Wunder, garantiert die BU doch im Fall der Fälle hohe Auszahlungen. Die Tarife staffeln sich zum einen nach Laufzeit, Höhe der vereinbarten BU-Prämie und Todesfallsumme. Zum anderen spielen Alter, Gesundheitszustand und Beruf eine große Rolle.

Ein typisches Angebot: Ein Ingenieur (Bürodienst) im mittleren Alter zahlt monatlich rund 50 Euro. Dafür erhält er im Falle von Berufsunfähigkeit Leistungen in Höhe von monatlich 600 Euro – bis zum 65. Lebensjahr. Aber aufgepasst: Je nach Anbieter schwanken die Tarife – bei vergleichbaren Leistungen – um bis zu 30 Prozent!

Tarif-Check: Die besten BU-Tarife im Vergleich
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Staatliche Hilfe reicht nicht

Wer nicht gerade über ein üppiges Privatvermögen verfügt, sollte so früh wie möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Der einfache Grund: Wer aufgrund von Krankheit oder Unfall nichts mehr verdient, muss alle seine Ausgaben mittels anderer Geldquellen schultern. Manche haben dann zwar Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Doch die ist gering: Im Jahr 2012 betrug sie bei Frauen durchschnittlich 571 Euro monatlich, bei Männern 647 Euro. Das reicht in der Regel hinten und vorne nicht.

Tipps für den Abschluss

Verbraucher sollten beim Vertragsabschluss nicht nur die Preisunterschiede zwischen den Anbietern beachten. Viele Details verlangen hohe Aufmerksamkeit, um Nachteile zu vermeiden:

  • Höhe der BU-Rente: Sie darf nicht zu gering sein. Am besten überlegt man, wie viel Prozent des aktuellen Nettoeinkommens für die Lebenshaltung mindestens erforderlich sind.
  • Gesundheitsfragen: Sie müssen unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Anderenfalls läuft der Versicherte Gefahr, im BU-Fall keine Leistung zu erhalten.
  • Vorerkrankungen: Wer gesundheitlich vorbelastet ist, kann (beispielsweise über einen Versicherungsmakler) eine anonyme Risikovoranfrage stellen lassen. So landet er nicht als „Problemfall“ im Datenverbund der Versicherer.
  • Beratung: Unabhängige Berater helfen, einen Vertrag mit günstigen Nebenbedingungen zu finden. Beispielsweise sollten BU-Zahlungen bis zum tatsächlichen Rentenbeginn dauern, die monatlichen Beiträge sollten notfalls ausgesetzt werden können usw.

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Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Leider erhält nicht jeder eine Berufsunfähigkeitsversicherung: Manchmal ist den Versicherern das Risiko schlichtweg zu hoch, als dass sie ihre Leistungen zu einem akzeptablen Preis anbieten könnten. Gute Alternativen zur BU sind allerdings rar. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel die Grundfähigkeitsversicherung: Sie sichert den Verlust bestimmter Fähigkeiten ab (Gehen usw.).

Einen anderen Fokus setzt die so genannte „Schwere-Krankheiten-Versicherung“ (auch: Dread-Disease-Versicherung): Sie bietet einen Grundschutz bei Herzinfarkt, Krebs und ähnlichen Ereignissen. Für manche Berufsgruppen, zum Beispiel Hausfrauen oder Selbstständige, kommt auch ein (relativ kostengünstiger) Erwerbsunfähigkeits-Schutz in Betracht.

Alle genannten Alternativen leisten allerdings deutlich weniger als die Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn sie sichern immer nur bestimmte Invaliditätsrisiken ab. Andererseits sind sie deutlich preiswerter zu haben und verzichten teilweise sogar auf Gesundheitsfragen.