Privat krankenversichert und trotzdem keine Lasik-Operation?

Urteil: Private Krankenversicherung muss Laser-OP zahlen

Ein privater Krankenversicherer darf eine Lasik-Behandlung der Augen nicht aus Kostengründen ablehnen. Das Landgericht Frankfurt/ Oder verneinte einen Zusammenhang zwischen der Kostenfrage und der Beurteilung der medizinischen Notwendigkeit einer Behandlung. Ein Physiotherapeut durfte deshalb seine Fehlsichtigkeit per Laser korrigieren lassen (Az.: 6a S 198/11).

Die Lasik-Methode ist eine inzwischen weit verbreitete Methode der Augenchirurgie. Bei diesem Laserverfahren tragen die Ärzte kleine Gewebemengen in der Hornhaut ab. Der Vorgang bewirkt eine Änderung der Hornhautkrümmung. Im Ergebnis gewinnt der Patient rasch und relativ schmerzfrei sein ursprüngliches Sehvermögen zurück. Die Operation ermöglicht also eine Behandlung von Fehlsichtigkeit, ohne dass Hilfsmittel wie Brille oder Kontaktlinsen zum Einsatz kommen müssen.

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Laser-Behandlung war letzte Hoffnung

Geklagt hatte ein selbstständiger Physiotherapeut. Zur Behebung seiner starken Weitsichtigkeit hatte er den Einsatz einer Brille ausprobiert – mit Erfolg, aber auch mit unerwünschten Nebenwirkungen: Zum einen erwies sich die Brille als Verletzungsrisiko während der Berufsausübung, zum anderen führte sie wiederholt zu einem Nasenekzem. Auch Kontaktlinsen überzeugten ihn nicht: Er bekam Schwindelanfälle, Kopfschmerzen und starken Tränenfluss.

Deshalb entschloss sich der Mann zu einer Lasik-Behandlung für knapp 4.600 Euro. Die Operation verlief gut, der Schock kam später: Seine private Krankenversicherung weigerte sich, für die entstandenen Kosten aufzukommen. Das Unternehmen sah keine medizinische Notwendigkeit für die teure Behandlung.

Private Krankenversicherung muss OP bezahlen

Das Landgericht Frankfurt/ Oder sorgte für ein klares Urteil: Es verurteilte den Krankenversicherer zur Übernahme der Lasik-Kosten. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass es keinen Zusammenhang gebe zwischen Kostengesichtspunkten und medizinischer Notwendigkeit einer Behandlung.

Im Grundsatz bedeutet das: Kein privater Krankenversicherer kann behaupten, dass nur eine kostengünstigere Behandlung medizinisch erforderlich ist und anderenfalls seine Zahlung verweigern. Ist eine Methode wissenschaftlich anerkannt zur Linderung oder Heilung einer Krankheit, kann sich der Versicherer nicht ohne Weiteres um seine Leistungspflicht drücken.

Dennoch sollten sich Patienten nicht allzu sicher fühlen: Es gibt auch Urteile, die eine Lasik-Operation nicht als medizinisch notwendig eingestuft haben. In welche Richtung das Pendel von Justitia schwingt, hängt vom konkreten Fall ab. Betroffene sollten sich deshalb von einem Fachanwalt beraten lassen.

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