Warentest: Insgesamt gute Noten für Riester-Rentenversicherung

Die „perfekte“ Riester-Rentenversicherung hat auch die Stiftung Warentest noch nicht entdeckt

Die Stiftung Warentest hat wieder einmal das beliebteste Riester-Produkt unter die Lupe genommen: die klassische Rentenversicherung mit garantierter Verzinsung. Erwartungsgemäß gibt es viel Licht und Schatten. Erfreulich immerhin: Mit „gut“ bewertete Produkte haben gegenüber den nur „ausreichenden“ mit 7:2 klar die Oberhand. Im breiten Mittelfeld („befriedigend“) tummeln sich 13 untersuchte Angebote.

Ganz vorn liegen die Alte Leipziger mit dem Tarif „Fiskal RV50“ und die Debeka mit der „Förderrente F1 (07(08)“. Beiden Angeboten bescheinigt Stiftung Warentest einen herausragenden Anlageerfolg in den letzten Jahren. Wem das für die Zukunft zu unsicher ist, wählt lieber eine Rentenversicherung von Riester mit einer besonders hohen Mindestrentengarantie. HanseMerkur „AR7“ und PBV „Förder-Rente I“ dominieren hierbei mit der Traumnote ‚1 plus‘. Eine solch hohe Rentenzusage erreichen die Anbieter vor allem dadurch, dass sie die Kosten sehr niedrig kalkulieren.

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Gesucht : Geld super angelegt und Kosten niedrig

Leider gibt es sie (noch) nicht bei den Riesterprodukten, die eierlegende Wollmilchsau, der dann zweifellos das Gesamtprädikat „sehr gut“ zustehen würde. Bei der Untersuchung der Stiftung Warentest fällt auf: Punktet ein Anbieter weit überdurchschnittlich beim Anlageerfolg, so erreicht er bei den Kosten nur einen Mittelplatz. Und sticht ein Anbieter durch niedrige Kosten und damit durch eine hohe Rentenzusage hervor, so bleibt – in den untersuchten Fällen - der Anlageerfolg auffallend niedrig. Deshalb gab es bei den geprüften 23 Rentenversicherungen auch kein „sehr gut“. Es gibt aber dennoch ein tröstliches Ergebnis: Keine einzige Rentenversicherung fiel bei Warentest völlig durch. Und das ist doch irgendwie beruhigend.

Warentest rät: Zulagen per Dauerantrag sichern

Stiftung Warentest gibt jedem, der eine Rentenversicherung von Riester hat oder erwerben möchte, wertvolle Tipps auf den Weg. Besonders wichtig: Die Zulagen müssen regelmäßig abgerufen werden – sonst geht einer der Hauptvorteile der Riester-Rentenversicherungen verloren. Fast alle Unternehmen bieten inzwischen die Möglichkeit an, einen Dauerzulagenantrag zu stellen. Ist der einmal ausgefüllt und abgeschickt, geht danach Jahr für Jahr alles automatisch.

Ein Augenmerk sollte auch der Beitragshöhe gelten. Die volle Förderung gibt’s nur, wenn inklusive der Zulagen vier Prozent des Bruttolohns aus dem Vorjahr eingezahlt werden. Der Höchstbetrag liegt bei 2.100 Euro. Wer jetzt einen Vertrag abschließt und einen ganzen Jahresbeitrag einzahlt, genießt noch für das ganze Jahr die volle Förderung. Der komplette Betrag kann steuerlich geltend gemacht werden.

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Versicherer schlagen Empfehlungen ihres Verbandes in den Wind

Seit 2008 besteht die Verpflichtung für die Versicherer, exakt ihre Abschluss- und Verwaltungskosten zu beziffern. Stiftung Warentest schaute in den Verträgen nach und war enttäuscht: In vielen Fällen waren die Kosten immer noch seltsam verschlüsselt dargestellt. Die meisten Unternehmen ignorieren sogar die Empfehlungen ihres eigenen Branchenverbandes GDV. Der schlägt die Angabe einer „Renditekennziffer“ vor. Diese wichtige Zahl gibt Aufschluss über die tatsächliche Renditeminderung, die aufgrund der Kosten entsteht. Aber nur Allianz, Debeka, Versicherungskammer Bayern, Ergo und Volkswohl Bund hielten sich an diese Empfehlung.

Was tun, wenn die Riester-Rentenversicherung zu teuer wird?

Für Stiftung Warentest zählt eine Riester-Rentenversicherung als geeignete Altersvorsorge, wenn der Sparer alles richtig macht. Das heißt: einen guten Vertrag (mit geringen Kosten) wählen, regelmäßig bis zum Ende der Vertragslaufzeit einzahlen und die staatliche Förderung voll ausnutzen. Die regelmäßige Einzahlung bis zum Ende der Laufzeit dürfte dabei der schwierigste Part sein. Persönliche Schwierigkeiten, Scheidung oder Jobverlust können Hindernisse bei diesem Hürdenlauf sein. Klare Empfehlung der Fachleute in einem solchen Fall: den Vertrag beitragsfrei stellen. Dann bleiben die eingezahlten Beiträge einschließlich der Zulagen erhalten.

Besteht allgemeine Unzufriedenheit mit dem vorhandenen Vertrag, so ist die Beitragsfreistellung des alten Vertrags und der Neuabschluss einer anderen Police eine gute Alternative.