Was tun, damit die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt?

Nicht jede Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt sofort und anstandslos die erhoffte BU-Rente

Immer mehr Menschen greifen zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie dient der Sicherung des Lebensstandards, wenn das wichtigste Kapital – die Arbeitskraft – aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund eines Unfalls wegfällt. Allerdings landen auch immer mehr Fälle vor Gericht: Nicht jede Versicherung zahlt bei Berufsunfähigkeit anstandslos die vereinbarte Rente. Kunden können sich aber wehren.

Der sicherste Weg, spätere Auseinandersetzungen mit der Berufsunfähigkeitsversicherung zu vermeiden, ist eine sorgfältige Antragstellung. Vor allem die Gesundheitsfragen verdienen höchste Aufmerksamkeit: Sie müssen peinlich genau beantwortet werden. Dann kann die Versicherung im Schadensfall so viel in den Krankheitsakten nachbohren wie sie will: Waren alle Angaben korrekt, wird sie keinerlei Falschangaben unterstellen können. Auch der immer wiederkehrende Kündigungsgrund „arglistige Täuschung“ ist in diesem Fall kein Thema mehr. Der Kunde hat dann ein Recht darauf, dass die Versicherung zahlt – sofern die Berufsunfähigkeit nachgewiesen ist und auch die anderen Vertragsbedingungen erfüllt sind.

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Alle Vorerkrankungen gehören in den Antrag hinein

Aufgrund aktueller Statistiken nimmt das Risiko einer Berufsunfähigkeitsversicherung generell zu. Dabei spielen Unfälle eher eine untergeordnete Rolle. Andererseits fällt auf, dass sich psychische Krankheiten deutlich in den Vordergrund schieben. Bei der Antragstellung ist es also wichtig, dass nicht nur rein körperliche Gebrechen (bzw. Behandlungen) notiert werden: Selbst eine kurze depressive Phase (etwa aufgrund eines Schicksalsschlags) sollte unbedingt erwähnt werden, wenn sie ärztlich behandelt wurde. Grund: Die Versicherungen nehmen im Leistungsfall genauen Einblick in ärztliche Unterlagen. Wurde eine Vorerkrankung nicht angegeben, kann es schnell passieren, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung die erhoffte BU-Rente nicht auszahlt.

Vorsicht vor allzu flotten Versicherungsvertretern

Viele Streitfälle landen letztendlich vor Gericht. Meist kündigte zuvor die Versicherung den Vertrag – zum Beispiel aufgrund „arglistiger Täuschung“ durch den Kunden. In diesem Fall unterstellt sie dem Versicherungsnehmer, dass er sie bewusst täuschen wollte, um einen BU-Vertrag zu erhalten. Deshalb sieht sie sich im Recht, wenn sie keine Leistungen zahlt.

Die genauen Umstände der Vertragsschließung spielen dann eine große Rolle. Mitunter schließen Kunden ihren Vertrag bei einem übereifrigen Vermittler ab. Der geht dann vielleicht großzügig über die detaillierten Gesundheitsfragen hinweg. Das verkürzt zwar die Prozedur, kann aber für den Kunden am Ende verheerende Folgen haben.

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Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlt, entscheiden am Ende häufig die Gerichte

Grundsätzlich sollten sich Kunden deshalb nicht zu einem übereilten Vertragsabschluss überreden lassen. In jedem Falle sollten sie den Ablauf der Vertragsschließung gut dokumentieren können. Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung später nicht zahlt, kommt es auf jede gestellte Frage, jedes vorgelegte Dokument und jeden einzelnen Hinweis im Gespräch an. Da ist es hilfreich, wenn man die mündlichen Angaben auch durch einen Zeugen belegen kann.

Wer auf diese Weise gut gewappnet ist, kann mit einiger Zuversicht vor Gericht gehen, wenn seine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlt. In der Regel findet er auch bei seiner Rechtsschutzversicherung Unterstützung.

Schwierig wird ein Verfahren allerdings dann, wenn er Krankheiten nicht angegeben hat, die vermutlich zur Antragsablehnung geführt hätten. Da bestätigen auch die Gerichte schnell eine „arglistige Täuschung“. Allerdings: Jeder Fall wird einzeln untersucht und beurteilt, eine einheitliche Rechtsprechung existiert bei dem Thema bislang nicht. Deshalb ist bei jedem Streitfall zunächst eine außergerichtliche Beratung empfehlenswert.