Worauf Ärzte bei ihrer Altersvorsorge achten sollten

Verpasste Chancen: Viele Ärzte kümmern sich um ihre Patienten mehr als um ihre eigene Altersvorsorge

Nach Einschätzung vieler Experten haben Ärzte oft nur lückenhafte Kenntnisse, wenn es um die eigene Altersvorsorge geht. Viele Heilberufler gehen voll in ihrem Beruf auf und kümmern sich nur wenig um die Vorsorge fürs Alter. Dabei genügen einige Kniffe, um sicher über die Runden zu kommen.

Die meisten Ärzte haben eine einfache Formel parat, wenn es um ihre Altersvorsorge geht: Praxisverkauf, Eigenheim und Versorgungswerk ergeben ihrer Meinung nach eine ausreichende Vorsorge fürs Alter. Vor allem die ersten beiden Summanden weisen aber viele Unbekannte auf. Deshalb sind Heilberufler gut beraten, wenn sie sich frühzeitig Gedanken um ihre eigene Zukunft machen.

Anzeige

Staat gewährt hohe Steuervorteile für die Altersvorsorge

Zwei Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Rendite der Altersversorgung: Zinseszins und steuerliche Vorteile. Diese Faktoren werden oft unterschätzt, da sie nicht direkt wirksam werden. Fakt ist: Nach den Vorgaben der Regierung soll jeder Bürger bis zu 20.000 Euro jährlich als Sonderausgaben absetzen können, wenn das Geld der Altersvorsorge dient. Der während der Berufszeit meist höhere Steuersatz führt dazu, dass die spätere Besteuerung der Rente geringer ins Gewicht fällt: Dann ist der Steuersatz in der Regel niedriger als vorher. Die zwischenzeitlich aufgeschobenen Rentenbeiträge erwirtschaften aber Jahr für Jahr Zins und Zinseszins.

Gute Option für Freiberufler: die Rürup-Rente

Freiberufler nutzen vor allem die Rürup-Rente gerne als Möglichkeit einer ertragreichen Altersvorsorge. Sie hat zwar einige Nachteile: So ist sie relativ unflexibel; insbesondere kann sie nicht gekündigt oder veräußert werden. Dafür punktet sie aber mit guten steuerlichen Absetzungsmöglichkeiten. Ab dem Jahr 2025 sind 20.000 Euro jährlich steuerlich absetzbar, bei Verheirateten sogar 40.000 Euro. Dieser Wert wird aber erst schrittweise erreicht; im Jahr 2011 sind 72 Prozent der Summe absetzbar, pro Jahr kommen weitere zwei Prozent hinzu.

Ein besonderes Plus der Basisrente ist gerade für Selbständige interessant: Die Rürup-Rente kann weder in eine Insolvenzmasse eingerechnet werden noch ist sie pfändbar. Bei Abschluss bis Ende 2011 kann sich jeder die Rürup-Rente schon ab dem 60. Lebensjahr auszahlen lassen. Bei späterem Abschluss kann die Auszahlung erst ab 62 Jahren beginnen, sonst entfällt die steuerliche Förderung.

Immobilien garantieren keine Wertsteigerungen

Viele Ärzte legen einen Schwerpunkt der Altersvorsorge auf Immobilien. Experten warnen allerdings: Oft werden Kapitalerhalt und Wertsteigerung von Immobilien überschätzt. In Metropolen wie Hamburg oder München sind langfristig zwar erhebliche Wertzuwächse zu erwarten; wer aber in Randgebieten oder Nebenzentren baut, muss auch mit Preisrückgängen rechnen. Allein durch Schnellverkäufe in Zusammenhang mit Erbschaften erwarten Fachleute in den nächsten Jahren vielerorts einen Preisdruck. Ärzte sollten also ihre Altersvorsorge nicht zu sehr auf den Immobilienbereich fokussieren.

Altersvorsorge: Ganz einfach zum günstigsten Angebot

Nutzen Sie den Info-Service von Vorsorge & Finanzen!

Kostenloser Info-Service: die besten Altersvorsorge-Angebote im Vergleich

Weitblickende Ärzte planen die Übergabe der Praxis über mehrere Jahre

Der Wert der eigenen Praxis ist für Ärzte oft schwierig einzuschätzen. Ein Steuerberater kann helfen, das Anlagevermögen und den Patientenstamm realistisch einzuordnen. Oft ist es auch empfehlenswert, einen Anteilsübernahmeplan zu erstellen. Das ist ökonomisch oft sinnvoller als die einmalige Zahlung eines fixen Kaufpreises. Experten warnen Ärzte allerdings davor, die Erwartungen bezüglich des Erlöses zu hoch zu schrauben.

Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger sollte bereits früh beginnen. Gewissenhafte Ärzte arbeiten ihn über einige Jahre ein, bis er die Praxis eigenverantwortlich übernimmt.

Um die eigene Altersvorsorge auf sichere Füße zu stellen, kann sich jeder Mediziner Tipps bei Experten holen. Unabhängige Fachleute beraten ihn über die verschiedenen Strategien der privaten Altersvorsorge. So kann sich jeder Arzt sicher sein, dass er sich selbst ebenso gut behandelt wie seine Patienten.

Verwandte Themen
 
Private Altersvorsorge - Vergleich anfordern!