Umschul­dungs­kre­dit

Mit einem Umschul­dungs­kre­dit neh­men Sie einen Kre­dit auf, um einen oder meh­re­re ande­re Kre­di­te abzu­lö­sen. Das mag auf den ers­ten Blick nach dem Prin­zip „eine Kre­dit­kar­te benut­zen, um die Rech­nung einer ande­ren Kre­dit­kar­te zu bezah­len“ klin­gen. Beim Umschul­dungs­kre­dit geht es natür­lich nicht dar­um, eine Art Schul­den­ka­rus­sel in Schwung zu brin­gen. Die Umschul­dung kann in vie­len Fäl­len sinn­voll sein und bares Geld spa­ren.

War­um einen Umschul­dungs­kre­dit auf­neh­men?

Der­zeit ist das Zins­ni­veau nahe­zu bei null und die Ban­ken kön­nen güns­ti­ge Kre­di­te ver­ge­ben. Das war vor ein paar Jah­ren noch ganz anders. Wenn Sie noch alte Kre­di­te abzah­len und das noch eine gan­ze Wei­le müs­sen, kön­nen Sie mit der Umschul­dung mit einem zins­güns­ti­gen Kre­dit viel Geld spa­ren. Ein Umschul­dungs­kre­dit kann in vie­len Fäl­len sehr prak­tisch sein.

Dis­po­kre­dit ablö­sen

Obgleich das all­ge­mei­ne Zins­ni­veau sehr nied­rig ist, kön­nen einen Dis­po­zin­sen in eine Schul­den­spi­ra­le füh­ren. Zin­sen im zwei­stel­li­gen Pro­zent­be­reich sind durch­aus nicht unüb­lich. Neh­men Sie ein­mal an, Sie sind beruf­lich auf Ihr Auto ange­wie­sen. Von Ihrem Gehalt kön­nen Sie ein ein­fa­ches und nor­ma­les Leben füh­ren. Geld für Luxus ist zwar nicht da, aber am Ende des Monats ist immer noch etwas Geld übrig. Nun geht spon­tan das Getrie­be Ihres Autos kaputt. Die Repa­ra­tur ist nicht bil­lig, aber zwin­gend not­wen­dig, da Sie ja zur Arbeit müs­sen. Für die Repa­ra­tur müs­sen Sie Ihr Kon­to um meh­re­re hun­dert Euro über­zie­hen.

So viel Geld bleibt am Monats­en­de nicht übrig, Sie brau­chen meh­re­re Mona­te, um Ihr Kon­to end­gül­tig wie­der aus­zu­glei­chen. Erschwe­rend kommt hin­zu, dass über zehn Pro­zent Zin­sen anfal­len. Mit der Zeit wird die Zins­last so hoch, dass es immer län­ger und län­ger dau­ert, aus dem Minus wie­der raus­zu­kom­men, wenn es nicht sogar so weit kommt, dass Sie Ihre Schul­den nur noch sta­bil hal­ten, da das Geld nur für die Zin­sen aus­reicht.

In so einem Fall ist ein Umschul­dungs­kre­dit Gold wert. Wenn Sie nur noch 4 Pro­zent Zin­sen bezah­len statt 14 Pro­zent, macht das einen gewal­ti­gen Unter­schied aus. Außer­dem kön­nen Sie über die Lauf­zeit die Höhe der Raten bestim­men, damit Sie sich nicht zu sehr ein­schrän­ken müs­sen.

Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung: Güns­ti­ge Anschluss­fi­nan­zie­rung

Die Til­gung eines Immo­bi­li­en­kre­dits ist in den meis­ten Fäl­len am Ende der ver­ein­bar­ten Zins­bin­dungs­frist noch nicht voll­stän­dig erfolgt. In die­sem Fall müs­sen Sie eine Anschluss­fi­nan­zie­rung ver­ein­ba­ren. Hier kön­nen Sie viel Geld spa­ren, wenn Sie die Rest­schuld Ihrer Bau­fi­nan­zie­rung auf eine güns­ti­ge Anschluss­fi­nan­zie­rung umschul­den.

Die Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung umzu­schul­den lohnt sich fast immer, denn die Kre­dit­sum­me ist sehr hoch und die Lauf­zeit sehr lang. Selbst klei­ne Unter­schie­de kön­nen hier eine gro­ße Wir­kung haben.

Lau­fen­de Kre­di­te umschul­den

Sie kön­nen auch jede Form von lau­fen­den Kre­di­ten umschul­den. Viel­leicht haben Sie Ihre Ein­bau­kü­che und Ihr Heim­ki­no-Sys­tem jeweils mit einem Kre­dit bzw. einem Finan­zie­rungs­an­ge­bot bezahlt. Wenn ein Umschul­dungs­kre­dit güns­ti­ger ist als bei­de Kre­di­te, kön­nen Sie die­se auch gemein­sam umschul­den. Dadurch haben Sie eine bes­se­re Über­sicht, da Sie nur noch einen Kre­dit zurück­be­zah­len und spa­ren dabei dank nied­ri­ge­rer Zin­sen sogar noch Geld.

Sie müs­sen nur dar­auf ach­ten, ob die Ban­ken, über die Ihre der­zei­ti­gen Kre­di­te lau­fen, eine Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung von Ihnen ver­lan­gen. Das ist eine Gebühr, wel­che die Ban­ken ver­lan­gen kön­nen, wenn Sie Ihren Kre­dit zurück­zah­len, bevor er end­gül­tig fäl­lig wäre. Den Ban­ken gehen dadurch Zins­ein­nah­men ver­lo­ren, wel­che mit der Gebühr kom­pen­siert wer­den sol­len. Sol­che Gebüh­ren soll­ten Sie vor allem bei der Umschul­dung meh­re­rer Kre­di­te berück­sich­ti­gen.

Den­ken Sie bei der Umschul­dung auch an die Schufa. Mit einem Umschul­dungs­kre­dit neh­men Sie einen neu­en Kre­dit auf, was für den Score nicht unbe­dingt opti­mal ist. Ande­rer­seits wer­den damit ande­re Kre­di­te als erle­digt mar­kiert. Das freut die Leu­te von der Schufa und wirkt sich sehr posi­tiv auf Ihre Boni­tät aus. Es ist uner­heb­lich, ob die Kre­dit­sum­men gleich sind.

Wenn Sie meh­re­re lau­fen­de Kre­di­te in Ihrer Akte haben, ist Ihre Boni­tät ein­ge­schränkt, da Sie offen­sicht­lich viel „auf Pump kau­fen“. Soll­ten Sie noch einen wei­te­ren Kre­dit auf­neh­men wol­len, kann allein die Anzahl der lau­fen­den Kre­di­te dafür sor­gen, dass Ihr Kre­dit­ge­such abge­lehnt wird. Einen Kre­dit auf­zu­neh­men ist leich­ter, wenn es nur einen anstatt zum Bei­spiel drei akti­ve Kre­di­te gibt, die bedient wer­den müs­sen.

Wann lohnt sich ein Umschul­dungs­kre­dit?

Eigent­lich lohnt sich ein Umschul­dungs­kre­dit immer, wenn die Zin­sen nied­ri­ger sind als die Ihrer lau­fen­den Kre­di­te. Bei einem Dis­po­kre­dit ist das so gut wie immer der Fall. Um zu prü­fen, ob sich in Ihrem Fall ein Umschul­dungs­kre­dit lohnt, rech­nen Sie aus, wie hoch Ihre Rest­schuld aktu­ell noch ist. In die Berech­nung bezie­hen Sie Gebüh­ren wie die Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung mit ein, noch zu zah­len­de Zin­sen las­sen Sie weg.

Dann suchen Sie im Inter­net nach Ver­gleichs­por­ta­len für Kre­di­te, geben den Betrag ein und wäh­len beim Ver­wen­dungs­zweck „Umschul­dung“ oder etwas Bedeu­tungs­glei­ches aus. Sind die monat­li­chen Raten nied­ri­ger als die aktu­el­len, kann sich die Umschul­dung loh­nen. Natür­lich muss auch der Zins­satz klei­ner sein und die Lauf­zeit des Umschul­dungs­kre­dits soll­te so lang sein wie die rest­li­che Lauf­zeit des abzu­lö­sen­den Kre­dits. Sie kön­nen aber natür­lich auch einen län­ge­ren Kre­dit auf­neh­men, um die Höhe der Raten zu sen­ken. Die glei­che Lauf­zeit ist nur wich­tig, um die direk­ten Ein­spa­run­gen ein­schät­zen zu kön­nen.

Vor allem bei Kre­di­ten mit lan­ger Lauf­zeit und hoher Rest­schuld kann sich die Umschul­dung loh­nen, denn Sie kön­nen meh­re­re hun­dert Euro pro Jahr spa­ren. Wenig Sinn ergibt die Umschul­dung bei nied­ri­gen Zin­sen und klei­nen Kre­dit­sum­men. Ob Sie jetzt 5,0 oder 4,5 Pro­zent Zin­sen auf eine Rest­schuld von 500 Euro bezah­len, ist, lapi­dar aus­ge­drückt, gehopst wie gesprun­gen.

Beim Dis­po­kre­dit lohnt sich der Umschul­dungs­kre­dit immer dann, wenn Sie nicht viel Geld über haben, um das Kon­to aus­zu­glei­chen. Selbst wenn Sie Ihr Kon­to um 1.000 Euro über­zie­hen, sind die Zin­sen den Auf­wand nicht wert, wenn Sie wis­sen, dass in einer Woche Ihr Gehalt kommt und Ihr Kon­to mit der Zah­lung im Fol­ge­mo­nat wie­der dau­er­haft aus­ge­gli­chen sein wird. Soll­te sich hin­ge­gen abzeich­nen, dass es vie­le Mona­te dau­ern wird, bis Sie Ihr Kon­to wie­der aus­ge­gli­chen haben, soll­ten Sie unbe­dingt über einen Umschul­dungs­kre­dit nach­den­ken.