Dread Disea­se Ver­si­che­rung

Eine Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung ist eine Poli­ce, die bei Ein­tritt einer schwe­ren Krank­heit wie Krebs, Mul­ti­ple Skle­ro­se oder Par­kin­son eine Zah­lung an den Betrof­fe­nen leis­tet. Neben Krank­hei­ten kön­nen auch ande­re gesund­heit­li­che Vor­komm­nis­se zum Ein­tritt des Ver­si­che­rungs­falls füh­ren, bei­spiels­wei­se ein Herz­in­farkt oder Schlag­an­fall.

Der Ver­si­che­rer ist zur Leis­tung ver­pflich­tet, wenn eines der ver­ein­bar­ten Risi­ken ärzt­lich dia­gnos­ti­ziert wird. In die­sem Fall wird die ver­trag­lich ver­ein­bar­te Ver­si­che­rungs­sum­me an den Betrof­fe­nen aus­ge­zahlt. Für den Ein­tritt des Ver­si­che­rungs­falls ist es dabei uner­heb­lich, ob der Pati­ent dau­er­haft oder nur tem­po­rär gesund­heit­lich beein­träch­tigt ist.

Im Gegen­satz zur Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung deckt die Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung weder psy­chi­sche, ortho­pä­di­sche noch unfall­be­ding­te Gesund­heits­ri­si­ken ab. Eine BU-Poli­ce kann sie daher allen­falls ergän­zen, nicht aber erset­zen.

Con­tents

Glos­sar: Wie funk­tio­niert eine Dread Disea­se-Ver­si­che­rung?

Eine Dread Disea­se-Poli­ce ist eine Ver­si­che­rung gegen schwe­re Krank­hei­ten. Was im ein­zel­nen abge­si­chert ist (bei­spiels­wei­se Krebs, Mul­ti­ple Skle­ro­se und ande­re), kann von Ver­trag zu Ver­trag sehr unter­schied­lich sein. Die Ver­si­che­rer zah­len im Leis­tungs­fall eine fes­te Sum­me, kei­ne Ren­te.

Typi­sche Grund­ri­si­ken, gegen die Dread Disea­se-Ver­si­che­run­gen absi­chern, sind Krebs, Mul­ti­ple Skle­ro­se, Nie­ren­ver­sa­gen, Schlag­an­fall sowie Herz­in­farkt. Bei vie­len Gesell­schaf­ten kann man dar­über hin­aus wei­te­re Krank­hei­ten ver­si­chern wie Erkran­kun­gen des Herz­mus­kels, Taubheit/ Blind­heit, Ver­lust von Glied­ma­ßen oder einen Hirn­tu­mor.

Bei­trag abhän­gig von per­sön­li­chen Krank­heits­ri­si­ko

Ver­si­cher­te kön­nen sich auch von den finan­zi­el­len Fol­gen von Läh­mun­gen, Alz­hei­mer, Par­kin­son, voll­stän­di­ger Erwerbs­min­de­rung, Pfle­ge­be­dürf­tig­keit sowie schwe­ren Unfäl­len schüt­zen. Eini­ge Gesell­schaf­ten bie­ten zusätz­lich einen Schutz für das Todes­fall­ri­si­ko.

Die Bei­trä­ge errech­nen sich aus per­sön­li­chen Fak­to­ren (zum Bei­spiel Alter) sowie ver­trag­li­chen Bestand­tei­len (Ver­si­che­rungs­sum­me, Lauf­zeit). Vor­er­kran­kun­gen beein­flus­sen die Prä­mi­en eben­falls.

Unter­schie­de zur Berufs- und Erwerbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung schützt vor dem Risi­ko, nicht mehr im Beruf arbei­ten zu kön­nen. Bei einer Berufs­un­fä­hig­keit von min­des­tens 50 Pro­zent zahlt der Ver­si­che­rer eine monat­li­che Ren­te in ver­ein­bar­ter Höhe.

Eine Erwerbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zahlt eine Ren­te, wenn der Betrof­fe­ne über­haupt nicht mehr oder nur noch sehr wenig arbei­ten kann.

Bei der Dread Disea­se-Ver­si­che­rung spielt es kei­ne Rol­le, ob der Betrof­fe­ne berufs- oder erwerbs­un­fä­hig ist. Sie zahlt in jedem Fall einen Fest­be­trag, sobald eine defi­nier­te Krank­heit dia­gnos­ti­ziert ist. Inso­fern kann sie auch eine bestehen­de BU-Ver­si­che­rung ergän­zen.

Die Vor­tei­le einer Dread Disea­se-Ver­si­che­rung

Dread Disea­se-Ver­si­che­run­gen bie­ten fol­gen­de Vor­tei­le:

  • Eine Aus­zah­lung erfolgt unab­hän­gig davon, ob Betrof­fe­ne noch arbeits­fä­hig sind. Damit ent­fal­len Strei­tig­kei­ten über den Grad der rest­li­chen Arbeits­fä­hig­keit, wie sie bei Berufs­un­fä­hig­keits- und Erwerbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­run­gen vor­kom­men.
  • Wer (wegen Gesund­heit oder Berufs­ri­si­ko) kei­ne Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung erhält, kann sich mit einer Dread Disea­se-Poli­ce zumin­dest einen Grund­schutz sichern.
  • Fami­li­en­ge­schicht­lich Vor­be­las­te­te kön­nen ihr höhe­res Risi­ko für bestimm­te Krank­hei­ten absi­chern.
  • Die Aus­zah­lung ist für Pri­vat­per­so­nen steu­er­frei (bei Unter­neh­men: als Betriebs­ein­nah­me absetz­bar).

Die Nach­tei­le einer Dread Disea­se-Ver­si­che­rung

Inter­es­sen­ten soll­ten sich auch der Nach­tei­le bewusst sein:

  • Dread Disea­se-Ver­si­che­run­gen zah­len kei­ne lebens­lan­ge Ren­te, son­dern einen Ein­mal­be­trag. Damit steigt die Gefahr, in spä­te­ren Jah­ren schlecht über die Run­den zu kom­men.
  • Psy­chi­sche Krank­hei­ten gehö­ren meist nicht zum Umfang der Ver­si­che­rung, sind aber eine häu­fi­ge Ursa­che für Arbeits­un­fä­hig­keit und Ver­dienst­aus­fall. Auch das immer häu­fi­ger vor­kom­men­de Burn-Out-Syn­drom ist meis­tens nicht abge­deckt.
  • Ortho­pä­di­sche Krank­hei­ten (wie Rücken­lei­den) sind oft aus­ge­schlos­sen. Auch sie füh­ren häu­fig zum Ver­lust der Arbeits­fä­hig­keit.
  • Vor­er­kran­kun­gen kön­nen zu höhe­ren Tari­fen, Aus­schlüs­sen oder sogar zur Ableh­nung füh­ren.
  • Dread Disea­se-Ver­si­che­run­gen sind rela­tiv teu­er: Bei einer Aus­zah­lungs­sum­me von 300.000 Euro lie­gen die Jah­res­bei­trä­ge etwa zwi­schen 1.500 und 2.500 Euro.

Dread-Disea­se-Ver­si­che­run­gen kön­nen BU-Schutz erset­zen oder ergän­zen

In den letz­ten fünf Jah­ren stieg die Zahl neu­er Dread-Disea­se-Ver­si­che­run­gen von 30.000 auf über 130.000 Poli­cen! Es scheint also etwas dran zu sein an die­sem Ver­si­che­rungs­typ, der noch rela­tiv neu auf dem Markt ist. Dread-Disea­se-Ange­bo­te ste­hen in Kon­kur­renz zur klas­si­schen Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung – und haben dabei ihre ganz spe­zi­fi­schen Vor- und Nach­tei­le.

Eine Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung besitzt einen wesent­li­chen Unter­schied zu einer BU-Poli­ce: Der Kun­de ver­si­chert sich nicht für den Fall einer Berufs­un­fä­hig­keit, son­dern für den Fall einer ein­tre­ten­den schwe­ren Krank­heit. Sobald die ärzt­li­che Dia­gno­se über eine ver­si­cher­te Krank­heit vor­liegt, erhält der Kun­de die ver­ein­bar­te Ver­si­che­rungs­sum­me auf einen Schlag aus­be­zahlt. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, ob er anschlie­ßend noch arbei­ten kann. Eben­so ist es nicht von Belang, ob die Krank­heit wie­der aus­heilt.

Poli­cen lis­ten zwi­schen 28 und 43 Krank­hei­ten auf

Drei Unter­neh­men bie­ten in Deutsch­land mitt­ler­wei­le eine Dread-Disea­se-Poli­ce an: Skan­dia, Cana­da Life und Gotha­er. Die Zahl der abge­deck­ten Krank­hei­ten vari­iert dabei deut­lich. Sind es bei der Gotha­er 28, so lis­tet die Skan­dia 33 und die Cana­da Life sogar 43 Krank­hei­ten auf, die zum Ver­si­che­rungs­um­fang gehö­ren.

Typi­scher­wei­se sind vor allem schwe­re Krank­hei­ten ver­si­chert, die einen deut­li­chen Lebens­ein­schnitt bedeu­ten. So zäh­len in den meis­ten Poli­cen Krebs, Leber- und Lun­gen­er­kran­kun­gen, Mul­ti­ple Skle­ro­se und Arthri­tis zu den Ver­si­che­rungs­fäl­len. Ereig­nis­se wie Herz­in­farkt oder Schlag­an­fall kön­nen eben­so wie Unfäl­le abge­deckt sein. Kun­den soll­ten sich die Auf­lis­tun­gen der (bis­her) drei deut­schen Anbie­ter also genau anse­hen, bevor sie eine Ent­schei­dung tref­fen.

Vor­tei­le einer Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung

Der der­zei­ti­ge Erfolg der Dread-Disea­se-Ver­si­che­run­gen liegt zwei­fel­los dar­in, dass sie eini­ge kla­re Plus­punk­te sam­meln kön­nen – manch­mal sogar gegen­über einer BU-Ver­si­che­rung. Die wich­tigs­ten Vor­tei­le auf einen Blick sind:

  • Die Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung zahlt bei Ein­tritt einer defi­nier­ten Krank­heit völ­lig unab­hän­gig davon, ob Kun­den in ihrem Beruf (oder woan­ders) noch arbei­ten kön­nen. Damit ent­fal­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen über den Nach­weis einer Berufs- oder Erwerbs­un­fä­hig­keit, wie sie beim BU-Schutz häu­fig auf­tre­ten kön­nen.
  • Der Ver­si­cher­te erhält sein Geld in der Regel sehr zügig, da ja kei­ne Nach­for­schun­gen not­wen­dig sind. Liegt die gefor­der­te ärzt­li­che Dia­gno­se vor, wird der Ein­mal­be­trag aus­ge­zahlt.
  • Risi­ko­be­ru­fe wie Dach­de­cker oder Flie­sen­le­ger erhal­ten die Chan­ce zu einer Mini­mal­ab­si­che­rung. Das ist wich­tig, da sol­che Berufs­grup­pen oft kei­nen bezahl­ba­ren BU-Schutz ange­bo­ten bekom­men.

Nach­tei­le einer Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung

Das Ange­bot ist nicht ohne Nach­tei­le. Kun­den soll­ten sich über Fol­gen­des im Kla­ren sein:

  • Die Poli­cen sichern zwar schwe­re Krank­hei­ten ab. Aber: Typi­sche Ursa­chen für eine Berufs­un­fä­hig­keit wer­den dabei kaum abge­deckt, zum Bei­spiel psy­chi­sche Stö­run­gen, Herz- und Kreis­lauf­erkran­kun­gen sowie ortho­pä­di­sche Erkran­kun­gen. – Immer­hin bie­ten Cana­da Life und Skan­dia mitt­ler­wei­le Zusatz­op­tio­nen für sol­che Fäl­le an.
  • Im Gegen­satz zur BU-Ver­si­che­rung wird nur ein Ein­mal­be­trag bezahlt, also kei­ne monat­li­che Ren­te.

Um in bestim­men Krank­heits­fäl­len mög­lichst schnell an Geld für teu­re Behand­lun­gen, Ver­dienst­aus­fäl­le und ent­ste­hen­de Kos­ten (etwa für Umbau­maß­nah­men) zu kom­men, kann eine Dread-Disea­se-Poli­ce auch als Ergän­zung zu einer BU-Ver­si­che­rung gewählt wer­den. Im Übri­gen geben unab­hän­gi­ge Ver­si­che­rungs-Exper­ten gern Pro­fi-Tipps, wel­che Poli­cen für wen am geeig­nets­ten sind, um im Fal­le eines Fal­les gut über die Run­den zu kom­men.

Auch Dread-Disea­se-Poli­cen bie­ten kei­nen siche­ren Schutz bei Burn-out

Ärz­te wer­den häu­fi­ger auf­grund psy­chi­scher Erkran­kun­gen berufs­un­fä­hig als der Durch­schnitt der Bevöl­ke­rung. Das sagen Zah­len der Ärz­te­ver­sor­gungs­wer­ke. Man­che Medi­zi­ner grei­fen des­halb zu einer Dread-Disea­se-Poli­ce. Die­se ver­spricht Sofort­hil­fe, wenn eine der ver­trag­lich fest­ge­leg­ten Krank­hei­ten dia­gnos­ti­ziert wird. Aber auf­ge­passt: Auch wenn von psy­chi­schen Krank­hei­ten die Rede ist, sind damit nicht auto­ma­tisch Burn-out-Erkran­kun­gen ver­si­chert.

So wer­den in den Ver­trä­gen sel­ten expli­zit „Depres­sio­nen“ genannt. Viel­mehr sind es die kon­kre­ten Fol­gen sol­cher Krank­hei­ten, die auf­ge­lis­tet wer­den. Dazu gehö­ren Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen, Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit, ein­ge­schränk­tes Auf­fas­sungs­ver­mö­gen oder eine gestör­te Fähig­keit zur Hand­lungs­pla­nung. Dem­entspre­chend führt die Dia­gno­se „Depres­si­on“ – eine typi­sche Burn-out-Erkran­kung – dann auch kei­nes­wegs zu einer Leis­tungs­ver­pflich­tung der Ver­si­che­rung. Das Pro­blem betrifft aber kei­nes­wegs nur Ärz­te. Auch in ande­ren Bevöl­ke­rungs­grup­pen (zum Bei­spiel bei lei­ten­den Ange­stell­ten) wird das Burn-out-Syn­drom immer mehr zum The­ma – und damit auch die Fra­ge, ob und wie man sich dage­gen absi­chern kann.

Dread-Disea­se-Anbie­ter ent­de­cken psy­chi­sche Krank­hei­ten

Der Ver­si­che­rer „Skan­dia“ bie­tet bei sei­nen Dread-Disea­se-Poli­cen seit neu­es­tem die Zusatz­op­ti­on „psy­chi­sche Krank­hei­ten“ an. Die Poli­cen wer­den oft mit dem Hin­weis auf das Burn-out-Syn­drom ver­mark­tet. Tat­sa­che aber ist: Der Ver­trag zielt auf die „Ein­schrän­kung geis­ti­ger Leis­tungs­fä­hig­keit“ durch Krank­hei­ten ab, nicht aber auf die dia­gnos­ti­zier­te Krank­heit „Depres­si­on“. So tau­chen ledig­lich Begrif­fe wie Alz­hei­mer, Schi­zo­phre­nie oder prä­se­ni­le Demenz auf, nicht aber „Depres­si­on“.

Markt­füh­rer beim Ange­bot von Dread-Disea­se-Poli­cen ist die Cana­da Life. Das Unter­neh­men bie­tet eben­falls eine Zusatz­op­ti­on an, die psy­chi­sche Erkran­kun­gen absi­chern soll. Dabei ist immer­hin die „chro­ni­sche Erschöp­fung“ dann mit­ver­si­chert, wenn eine Fol­ge­dia­gno­se wie zum Bei­spiel „Depres­si­on“ gestellt wird.

Pri­va­te Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung kann die bes­se­re Lösung sein

Zur­zeit ist es also de fac­to fast unmög­lich, sich gegen „Burn-out“ zu ver­si­chern. Bis heu­te ist Burn-out kei­ne aner­kann­te Berufs­krank­heit. Auch die Berufs­ge­nos­sen­schaft tritt folg­lich in sol­chen Fäl­len nicht ein.

Eine Alter­na­ti­ve zur Dread-Disea­se-Poli­ce kann eine pri­va­te Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sein. Psy­chi­sche Erkran­kun­gen sind bei die­ser Poli­ce mit­ver­si­chert. Aller­dings muss der Ver­si­cher­te nach­wei­sen, dass er durch die Krank­heit dau­er­haft zu min­des­tens 50 Pro­zent berufs­un­fä­hig ist. In vie­len Fäl­len ist die­ser Nach­weis schwie­rig zu erbrin­gen. Zudem ist eine (bezahl­ba­re) Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung schwer zu bekom­men, wenn bereits Vor­er­kran­kun­gen vor­han­den sind – oder jemand bereits eine Psy­cho­the­ra­pie absol­viert hat.

Ver­si­che­rung gegen Burn-out ist und bleibt kniff­lig

Fazit: Unterm Strich ist es sehr schwie­rig, sich gegen chro­ni­sche Erschöp­fung zu ver­si­chern. Grund­sätz­lich ist eine pri­va­te Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung noch der bes­te Schutz: Sie leis­tet im Ver­si­che­rungs­fall eine Ren­te mit einer ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Dau­er – meist bis zum Beginn der Alters­ren­te. Ihr Schutz ist am umfas­sends­ten.

Für Per­so­nen mit meh­re­ren Vor­er­kran­kun­gen kann eine Dread-Disea­se-Poli­ce eine Alter­na­ti­ve sein. Aller­dings wird auch in die­sem Fall eine Gesund­heits­prü­fung vor­ge­nom­men. Zum Stan­dard einer sol­chen Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung gehö­ren Schlag­an­fall, Herz- und Kreis­lauf­erkran­kun­gen sowie Krebs­er­kran­kung. Meist sind noch eini­ge Dut­zend wei­te­re Krank­hei­ten auf­ge­lis­tet. Die Ver­si­che­rung leis­tet den Geld­be­trag auch dann, wenn der Kun­de kurz spä­ter wie­der gesund wird; im Gegen­satz dazu leis­tet die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung nur so lan­ge, wie die Berufs­un­fä­hig­keit auch tat­säch­lich anhält.

Am bes­ten las­sen sich Inter­es­sen­ten von unab­hän­gi­gen Fach­leu­ten zu dem The­ma bera­ten. Exper­ten kön­nen indi­vi­du­el­le Ana­ly­sen durch­füh­ren und dann einen opti­ma­len Lösungs­weg vor­schla­gen.

Gotha­er Ver­si­che­rungs­an­ge­bot liegt im Trend: Nach­fra­ge nach Dread-Disea­se-Poli­cen nimmt gene­rell zu

Rund 40.000 Dread-Disea­se-Ver­si­che­run­gen führt die Gotha­er in ihrem Bestand – eine beacht­li­che Zahl. Ten­denz: stei­gend. Das fonds­ge­bun­de­ne Pro­dukt „Peri­kon“ wird der­zeit aus­ge­baut. Die Gotha­er will damit auf den immer schnel­ler fah­ren­den Dread-Disea­se-Zug auf­sprin­gen.

Im angel­säch­si­schen Raum ist die Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung schon seit lan­gem ver­brei­tet. Auch bei uns erfreut sie sich zuneh­men­der Beliebt­heit. Die Ver­si­che­rer zah­len nur beim Auf­tre­ten gra­vie­ren­der Erkran­kun­gen wie Krebs. Im Unter­schied zu einer BU-Ver­si­che­rung kommt es nicht dar­auf an, ob der Kun­de wei­ter­hin Geld in sei­nem Job ver­die­nen kann. Inso­fern kön­nen Dread-Disea­se-Poli­cen sowohl eine BU-Poli­ce ergän­zen als auch kom­plett an ihre Stel­le tre­ten – etwa bei Selb­stän­di­gen oder Frei­be­ruf­lern.

Sofort Geld dank Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung

Mit dem erhal­te­nen Geld­be­trag kön­nen Kun­den im Not­fall sofort han­deln: Beruf­lich kür­zer tre­ten, Spe­zia­lis­ten auf­su­chen oder teu­re Reha-Ein­rich­tun­gen nut­zen. Bei vie­len schwe­ren Krank­hei­ten kommt die­ser Geld­se­gen wie geru­fen, um nicht zusätz­lich zur Krank­heit auch noch in finan­zi­el­le Nöte zu kom­men.

Laut Robert Koch Insti­tut ist die Gefahr, durch schwe­re Krank­hei­ten außer Gefecht gesetzt zu wer­den, nicht zu unter­schät­zen. Rund 426.000 Men­schen erkran­ken jähr­lich in Deutsch­land an Krebs; 280.000 erlei­den einen Herz­in­farkt und rund 200.000 Per­so­nen bekom­men einen Schlag­an­fall. Sol­che Krank­hei­ten wer­den typi­scher­wei­se durch eine Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung, wie sie unter ande­rem die Gotha­er anbie­tet, abge­si­chert.

Gotha­er Ange­bot deckt 50 schwe­re Krank­hei­ten ab

Die Gotha­er Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung „Peri­kon“ deckt 50 schwe­re Krank­hei­ten ab. Seit 2012 gehö­ren auch Rheu­ma­ti­sche Arthri­tis, schwe­rer Unfall sowie Aplas­ti­sche Anämie (Son­der­form der Blut­ar­mut) zu den ver­si­cher­ten Fäl­len.

Zudem bemüht sich die Gotha­er um mehr Trans­pa­renz. So benen­nen die Geschäfts­be­din­gun­gen seit 2012 eini­ge schwe­re Erkran­kun­gen erst­mals nament­lich:

  • Schwe­re Erfrie­run­gen und Ver­ät­zun­gen
  • Hirn­tu­mor
  • Menin­go­en­ze­pha­li­tis (=Hirn­ge­we­be­ent­zün­dung)
  • Abhän­gig­keit von drit­ter Per­son (bei 2. Pfle­ge­be­dürf­tig­keit)
  • Pro­gres­si­ve supra­nu­kle­ä­re Blick­pa­re­se

Mit der Viel­zahl der Abde­ckun­gen ist die Gotha­er Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung für Kun­den eine Art Rund­um-Schutz. Kri­ti­ker bezeich­nen zwar Dread-Disea­se-Poli­cen oft als „Über­ver­si­che­run­gen“; bei einer ent­spre­chend gro­ßen Anzahl defi­nier­ter Krank­hei­ten kann aber die­ser Vor­wurf im Grun­de nicht mehr fruch­ten.

BU oder Dread Disea­se? Am bes­ten bei­des!

Eine Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung leis­tet unab­hän­gig von einer even­tu­ell fest­zu­stel­len­den Berufs- oder Erwerbs­un­fä­hig­keit. Dem Kun­den bleibt damit im Ver­si­che­rungs­fall der Auf­wand beson­de­rer Nach­wei­se erspart. Ande­rer­seits erhält er kei­ne Ren­te, son­dern nur eine Ein­mal­zah­lung. Auch sind – anders als bei BU-Poli­cen – psy­chi­sche Erkran­kun­gen nicht abge­deckt.

Die Gotha­er emp­fiehlt des­halb allen, die es sich finan­zi­ell leis­ten kön­nen, sowohl eine Berufs­un­fä­hig­keits- als auch eine Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung abzu­schlie­ßen.

Wer sich nicht sicher ist, was er genau benö­tigt, soll­te den Rat unab­hän­gi­ger Fach­leu­te ein­ho­len. Sie kön­nen jedem Kun­den indi­vi­du­ell die Vor- und Nach­tei­le ver­schie­de­ner Poli­cen trans­pa­rent machen. Auf der Basis einer genau­en Ana­ly­se kann die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung für die rich­ti­ge Ver­si­che­rung getrof­fen wer­den.

Dread-Disea­se-Poli­ce – Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung light

Die gesetz­li­che Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ist prak­tisch nicht mehr vor­han­den und für eine pri­va­te Poli­ce haben sich noch immer viel zu weni­ge Arbeit­neh­mer und Selbst­stän­di­ge ent­schie­den. Das ist für die Ver­si­che­rungs­kon­zer­ne Anlass genug, mit Alter­na­tiv-Pro­duk­ten zu wer­ben.

Dread-Disea­se-Poli­cen heißt das Stich­wort – auf Deutsch: „Schlim­me-Krank­hei­ten-Ver­si­che­run­gen“. Was hat es damit auf sich? Der Kun­de ver­si­chert sich nur gegen Krank­hei­ten, die zuvor genau fest­ge­legt wer­den. Wird spä­ter eine die­ser Krank­hei­ten tat­säch­lich dia­gnos­ti­ziert, wird eine fixe Sum­me aus­ge­zahlt, die natür­lich auch genau dem Ver­trag zu ent­neh­men ist. Ganz ein­fach also — und es spielt kei­ne Rol­le, ob der Ver­si­cher­te wei­ter­ar­bei­tet oder nicht. Gera­de für Beru­fe mit hohem Gefah­ren­po­ten­zi­al, wie für den Dach­de­cker, kön­nen Dread-Disea­se-Ver­si­che­run­gen eine loh­nen­de Alter­na­ti­ve sein.

Lot­te­rie: Gegen bestimm­te Krank­hei­ten ver­si­chert, gegen ande­re nicht

Aller­dings hat auch die­se Alter­na­ti­ve ihren Preis. Das Han­dels­blatt hat aktu­ell fol­gen­des Bei­spiel ver­öf­fent­licht: Ein Drei­ßig­jäh­ri­ger, der sich für 35 Jah­re gegen 32 Krank­hei­ten ver­si­chern will, zahlt bei Ver­ein­ba­rung einer Ver­si­che­rungs­leis­tung von 250.000 Euro als Kun­de der Skan­dia-Ver­si­che­rung 151 Euro im Monat. Aller­dings umfasst die­ses Paket wei­te­re Leis­tun­gen, wie zum Bei­spiel eine Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung. Für eine Frau liegt der Bei­trag bei 160 Euro, für Rau­cher wer­den Auf­schlä­ge genom­men. Deut­lich güns­ti­ger sind abge­speck­te Ver­sio­nen der Dread-Disea­se-Poli­cen wie eine Absi­che­rung gegen weni­ger als zehn Krank­hei­ten. Aller­dings wird der Abschluss hier zum ech­ten Lot­te­rie­spiel, da die eige­nen Krank­hei­ten nicht vor­aus­ge­sagt wer­den kön­nen.

Ver­brau­cher­schüt­zer: Dread-Disea­se-Poli­cen bie­ten nur punk­tu­el­len Schutz

Exper­ten sehen die­se Ent­wick­lung kri­tisch. “Schon eine umfas­sen­de­re Dread-Disea­se-Ver­si­che­rung deckt zu weni­ge und zu sel­te­ne Krank­hei­ten ab und kann eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung nicht erset­zen”, sag­te bei­spiels­wei­se Lilo Blunck, Vor­sit­zen­de des „Bund der Ver­si­cher­ten“ gegen­über dem Han­dels­blatt. Ähn­li­che Bewer­tun­gen kom­men aus dem Umfeld der Ver­brau­cher­schüt­zer. Nur einen “abso­lut punk­tu­el­len Schutz” sieht Elke Wei­den­bach von der Ver­brau­cher­zen­tra­le NRW in den neu­en Poli­cen. Aber sie haben einen ech­ten Vor­teil: Wenn die Krank­heit ein­tritt und dia­gnos­ti­ziert wird, wird gezahlt. Die Fak­ten­la­ge lässt kei­nen ande­ren Schluss zu und Rechts­strei­tig­kei­ten über den Grad der Erwerbs­min­de­rung sind aus­ge­schlos­sen.