Dread Disease: Burn-out ist nicht mitversichert
Auch Dread-Disease-Policen bieten keinen sicheren Schutz bei Burn-out
Ärzte werden häufiger aufgrund psychischer Erkrankungen berufsunfähig als der Durchschnitt der Bevölkerung. Das sagen Zahlen der Ärzteversorgungswerke. Manche Mediziner greifen deshalb zu einer Dread-Disease-Police. Diese verspricht Soforthilfe, wenn eine der vertraglich festgelegten Krankheiten diagnostiziert wird. Aber aufgepasst: Auch wenn von psychischen Krankheiten die Rede ist, sind damit nicht automatisch Burn-out-Erkrankungen versichert.
So werden in den Verträgen selten explizit „Depressionen“ genannt. Vielmehr sind es die konkreten Folgen solcher Krankheiten, die aufgelistet werden. Dazu gehören Konzentrationsstörungen, Orientierungslosigkeit, eingeschränktes Auffassungsvermögen oder eine gestörte Fähigkeit zur Handlungsplanung. Dementsprechend führt die Diagnose „Depression“ – eine typische Burn-out-Erkrankung – dann auch keineswegs zu einer Leistungsverpflichtung der Versicherung. Das Problem betrifft aber keineswegs nur Ärzte. Auch in anderen Bevölkerungsgruppen (zum Beispiel bei leitenden Angestellten) wird das Burn-out-Syndrom immer mehr zum Thema – und damit auch die Frage, ob und wie man sich dagegen absichern kann.
Dread-Disease-Anbieter entdecken psychische Krankheiten
Der Versicherer „Skandia“ bietet bei seinen Dread-Disease-Policen seit neuestem die Zusatzoption „psychische Krankheiten“ an. Die Policen werden oft mit dem Hinweis auf das Burn-out-Syndrom vermarktet. Tatsache aber ist: Der Vertrag zielt auf die „Einschränkung geistiger Leistungsfähigkeit“ durch Krankheiten ab, nicht aber auf die diagnostizierte Krankheit „Depression“. So tauchen lediglich Begriffe wie Alzheimer, Schizophrenie oder präsenile Demenz auf, nicht aber „Depression“.
Marktführer beim Angebot von Dread-Disease-Policen ist die Canada Life. Das Unternehmen bietet ebenfalls eine Zusatzoption an, die psychische Erkrankungen absichern soll. Dabei ist immerhin die „chronische Erschöpfung“ dann mitversichert, wenn eine Folgediagnose wie zum Beispiel „Depression“ gestellt wird.
Private Berufsunfähigkeitsversicherung kann die bessere Lösung sein
Zurzeit ist es also de facto fast unmöglich, sich gegen „Burn-out“ zu versichern.
Bis heute ist Burn-out keine anerkannte Berufskrankheit. Auch die Berufsgenossenschaft tritt folglich in solchen Fällen nicht ein.
Eine Alternative zur Dread-Disease-Police kann eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Psychische Erkrankungen sind bei dieser Police mitversichert. Allerdings muss der Versicherte nachweisen, dass er durch die Krankheit dauerhaft zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig ist. In vielen Fällen ist dieser Nachweis schwierig zu erbringen. Zudem ist eine (bezahlbare) Berufsunfähigkeitsversicherung schwer zu bekommen, wenn bereits Vorerkrankungen vorhanden sind – oder jemand bereits eine Psychotherapie absolviert hat.
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Versicherung gegen Burn-out ist und bleibt knifflig
Fazit: Unterm Strich ist es sehr schwierig, sich gegen chronische Erschöpfung zu versichern. Grundsätzlich ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung noch der beste Schutz: Sie leistet im Versicherungsfall eine Rente mit einer vertraglich vereinbarten Dauer – meist bis zum Beginn der Altersrente. Ihr Schutz ist am umfassendsten.
Für Personen mit mehreren Vorerkrankungen kann eine Dread-Disease-Police eine Alternative sein. Allerdings wird auch in diesem Fall eine Gesundheitsprüfung vorgenommen. Zum Standard einer solchen Dread-Disease-Versicherung gehören Schlaganfall, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Krebserkrankung. Meist sind noch einige Dutzend weitere Krankheiten aufgelistet. Die Versicherung leistet den Geldbetrag auch dann, wenn der Kunde kurz später wieder gesund wird; im Gegensatz dazu leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung nur so lange, wie die Berufsunfähigkeit auch tatsächlich anhält.
Am besten lassen sich Interessenten von unabhängigen Fachleuten zu dem Thema beraten. Experten können individuelle Analysen durchführen und dann einen optimalen Lösungsweg vorschlagen.
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