Das leistet die Rente wegen Erwerbsminderung

Die Rente wegen Erwerbsminderung bietet unzureichenden Schutz

Wer aus gesundheitlichen Gründen nur noch weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann, hat Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung. Sie ist Teil der gesetzlichen Rentenversicherung. In § 43 SGB VI sind die Ansprüche geregelt. Wer nachliest, erkennt schnell, dass die staatlichen Leistungen unzureichend sind.

Eine Erwerbsminderungsrente kommt für Personen in Frage, die ab 2.1.1961 geboren ist. Nur ältere Personen haben noch einen Anspruch auf eine staatliche Berufsunfähigkeitsrente. Und das ist ein Problem: Seit den Gesetzesänderungen im Jahre 2001 haben alle nach diesem Stichtag Geborenen keinen Berufsunfähigkeitsschutz mehr. Die neu eingeführte „Rente wegen Erwerbsminderung“ bietet da keinen gleichwertigen Ersatz, denn die Leistungen wurden erheblich eingeschränkt. Einziger Ausweg: die Absicherung des Risikos mittels privater Berufsunfähigkeitsversicherung.

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Teilweise oder volle Erwerbsminderung?

Je nach der Dauer der noch möglichen Arbeitszeit werden im Sozialgesetzbuch zwei Typen unterschieden: So gibt es die Rente

  • wegen teilweiser Erwerbsminderung: Sie wird dann gewährt, wenn der Antragsteller zwischen drei und sechs Stunden täglich arbeiten kann.
  • wegen voller Erwerbsminderung: Kann der Betreffende nur noch weniger als drei Stunden täglich arbeiten, erhält er den vollen Betrag.
Im Allgemeinen wird die sogenannte Resterwerbsfähigkeit von Ärzten festgestellt, die beim Versicherungsträger angestellt sind. Manchmal werden auch externe ärztliche Gutachter hinzugezogen.

Wichtige Voraussetzungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung

Um eine Rente wegen Erwerbsminderung zu bekommen, müssen einige Bedingungen erfüllt sein.

  • Ein ärztliches Attest bescheinigt die volle oder teilweise Erwerbsminderung.
  • Die erforderliche Wartezeit kann nachgewiesen werden. Konkret: Der Versicherte muss mindestens fünf Jahre Versicherungszeit nachweisen (Beitrags- und Ersatzzeiten).
  • In den letzten fünf Jahren vor Antragstellung müssen zudem mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses gezahlt worden sein.
Sonderregelungen gibt es bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten. In Einzelfällen kann hier Wartezeit entfallen. Auch für Auszubildende bestehen entsprechende Sonderregelungen.

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Hürden und Nachteile der Erwerbsminderungsrente

Allen ab 1962 geborenen Antragstellern hat der Gesetzgeber eine große Hürde in den Weg gelegt: die abstrakte Verweisungsmöglichkeit. Der erlernte Beruf spielt bei der Gewährung einer Rente wegen Erwerbsminderung keine Rolle mehr: Abstrakte Verweisung bedeutet, dass grundsätzlich jeder auf einen völlig anderen Beruf verwiesen werden kann. Kann eine zuvor in leitender Funktion arbeitende Person beispielsweise noch als Pförtner arbeiten, kann die Rente wegen Erwerbsminderung abgelehnt werden. Auf einen sozialen Abstieg wird dabei keine Rücksicht genommen.

Egal ob berufliche „Degradierung“ oder Rente wegen Erwerbsminderung: Finanzielle Einbußen müssen Betroffene immer hinnehmen. Und die können erheblich sein. Selbst bei voller Erwerbsminderungsrente erhalten Betroffene oft nur ein Drittel ihres durchschnittlichen Bruttolohns. Bei der Teilrente kommt lediglich ein Sechstel zur Auszahlung.

Kein Wunder, dass Verbraucherzentralen und Organisationen wie die Stiftung Warentest seit 2001 den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Nachdruck empfehlen.

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